A39-Vollsperrung während Qualitätsoffensive:
von Hansestadt Lüneburg am 29.05.2026Hansestadt Lüneburg fordert Land zur Intervention gegenüber der Autobahn GmbH auf, die Bauarbeiten Richtung Hamburg zu verschieben
Hansestadt Lüneburg. Die Hansestadt Lüneburg kritisiert die erst kurzfristig bekannt gegebene Vollsperrung der A39 zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Handorf in Fahrtrichtung Hamburg vom 1. bis 13. Juni 2026. In einem Schreiben an Ministerpräsident Olaf Lies und Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne fordert Lüneburgs Oberbürgermeisterin dringend eine Verschiebung der Maßnahme. Hintergrund ist die zeitgleiche Einschränkung des Bahnverkehrs im Zuge der sogenannten Qualitätsoffensive auf der Strecke Hamburg–Hannover. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Berufspendler: innen“, betont Kalisch. „Ich kann nicht nachvollziehen, wie derart unabgestimmt Bundesvorhaben ohne Rücksicht auf lokale Bedürfnisse und Interessen geplant werden.“
Nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes soll in dem genannten Zeitraum eine Fahrbahndeckensanierung stattfinden – diese soll unter Vollsperrung durchgeführt werden, um die Bauzeit zu verkürzen. Die Hansestadt war darüber erst durch Medienberichte informiert worden. In vorherigen Gesprächen war lediglich von einer Wochenendmaßnahme die Rede gewesen – einen konkreten Zeitpunkt hatte die Autobahn GmbH nicht genannt.
„Die zeitgleiche Vollsperrung der A39 und die erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr treffen tausende Pendler:innen zwischen Lüneburg und Hamburg in unzumutbarer Weise“, so Lüneburgs Oberbürgermeisterin. Im Rahmen der Qualitätsoffensive stehen auf der Bahnstrecke Lüneburg – Hamburg derzeit nur eingeschränkte Kapazitäten zur Verfügung und viele Pendlerinnen und Pendler sind deshalb auf das Auto ausgewichen. Dass die Autobahn GmbH die Maßnahme in den Zeitraum bis zum 13. Juni legt, wo nach Fahrplan noch mehr morgendliche Zugverbindungen zwischen Lüneburg und Hamburg bestehen als nach dem 15. Juni wenn die Qualitätsoffensive voll greift, ändert nichts an der Bewertung der Stadt.
„Gerade während der Qualitätsoffensive die wichtigste Straßenverbindung nach Hamburg vollständig zu sperren, ist nicht akzeptabel“, so Kalisch. Neben den Auswirkungen auf den Pendelverkehr befürchtet die Stadt auch erhebliche Belastungen durch Umleitungsverkehre besonders im Bereich der Anschlussstelle Lüneburg-Nord. Hier werden die aus der Stadt kommenden Verkehre auf jene treffen, die wegen der Vollsperrung die Autobahn zwangsläufig verlassen müssen – die Folge sind lange Rückstaus und verlängerte Fahrzeiten nach Norden. Das betrifft natürlich auch die Busse des Schienenersatzverkehrs.
In ihrem Schreiben an Tonne und Lies bittet die Hansestadt nun um Unterstützung. Ziel müsse es sein, die Bauarbeiten auf der A39 bis nach Ende der Qualitätsoffensive zu verschieben. „Wir erwarten eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Akteur:innen auf Bundes- und Landesebene sowie die Berücksichtigung der berechtigten Interessen der betroffenen Kommunen und ihrer Bürgerinnen und Bürger“, so Kalisch.
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