Lüneburg, am Donnerstag den 04.06.2026

Acht Partner legen Regionale Wirtschaftsstrategie Lüneburg vor

von IHK Lüneburg-Wolfsburg am 04.06.2026


Gewerkschaften und Wirtschaft fordern gemeinsame Anstrengungen, um den Wirtschaftsstandort Lüneburg zukunftsfähig aufzustellen

Die Region Lüneburg steht wirtschaftlich unter Druck. Mehrere größere Betriebsschließungen, Standortverlagerungen und Personalabbau haben deutlich gemacht, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts in den Fokus von Politik und Verwaltung rücken muss. Mit der Regionalen Wirtschaftsstrategie Lüneburg legen nun acht Partner gemeinsame Vorschläge vor, wie Landkreis, Hansestadt und Gemeinden den Standort für die Zukunft stärken, Investitionen fördern und gute Beschäftigung sichern sollten. Zu den Partnern gehören die IG Metall Celle-Lüneburg, die IGBCE Bezirk Hamburg-Harburg, die NGG-Region Lüneburg, der DGB Niedersachsen-Mitte, der Verdi-Bezirk Hannover-Heide-Weser, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen und die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW).

Eine der zehn Forderungen der Partner: Ein klares politisches Bekenntnis von Politik und Verwaltung zu Wirtschaft, Industrie und Handwerk. Dazu gehört auch, Auswirkungen wirtschaftlicher Tätigkeit, etwa Emissionen, in einen Gesamtzusammenhang zu stellen. Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen ist ein weiteres zentrales Thema. Für Erweiterungen bestehender Betriebe ebenso wie für neue Ansiedlungen braucht es geeignete Flächen, schnellere Planungsverfahren und eine leistungsfähige Wirtschaftsförderung.

Darüber hinaus sind Erreichbarkeit und Infrastruktur entscheidende Standortfaktoren. Die Partner sprechen sich für Investitionen in Straße, Schiene, Wasserstraße, ÖPNV, Digital- und Energieinfrastruktur aus. Gewerbestandorte müssen für Personen- und Güterverkehre gut erreichbar sein. Zugleich soll die Region Chancen der Energiewende stärker nutzen: lokal erzeugte erneuerbare Energie müsse stärker in regionale Wertschöpfung überführt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf schnelleren und digitalen Verwaltungsverfahren. Eine digitale Bau- und Genehmigungsplattform, transparente Verfahrensstände und klare Entscheidungswege könnten Investitionen fördern. Lüneburg solle laut Strategie außerdem konsequent den Weg zur Smart City einschlagen und Betroffene frühzeitig einbinden, bevor kommunale Satzungen mit Auswirkungen auf Unternehmen geändert werden.

Die Strategie nimmt auch die Fachkräftesicherung in den Blick. Gute Arbeitsbedingungen, Tarifverträge, Sozialpartnerschaft, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine gelingende Arbeitsmarktintegration seien zentrale Voraussetzungen für einen attraktiven Standort. Dazu gehören auch bezahlbarer Wohnraum und gut ausgestattete allgemein- und berufsbildende Schulen.

Als konkrete nächste Schritte schlagen die Partner neben einem Bekenntnis für Wirtschaft, eine halbjährliche Wirtschaftskonferenz Lüneburg, einen öffentlich einsehbaren Wirtschaftsmonitor, ein Smart-City-Konzept sowie einen Investitionshochlauf für Bildung und Infrastruktur vor.

Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig: Erstens legt die Strategie den Fokus auf die Zukunft und ist keine direkte Antwort auf aktuelle Betriebsschließungen und Stellenverlagerungen. Zweitens betonen die Partner die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen in den aufgelisteten Bereichen. Auch wenn die branchenübergreifenden Standortfragen wie Bürokratieabbau, Energieversorgung, Fachkräftegewinnung oder Infrastruktur auf Bundes- und Landesebene entschieden werden, verfügen die Kommunen über eigenständige Handlungsmöglichkeiten, die es zu nutzen gilt.

Den Unterzeichnern ist dabei an gemeinsamen Anstrengungen mit Politik und Verwaltung in der Region gelegen.

Das Strategiepapier ist online abrufbar unter www.ihklw.de/regionale-wirtschaftsstrategie
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© Fotos: Pixabay Beispielfoto


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