### Ärzte kritisieren geplante Terminpflicht
von Lüneburg Aktuell redaktionell gekürzt am 14.10.2026
NIEDERSACHSEN. Arztpraxen sollen künftig verpflichtet werden können, eine festgelegte Anzahl von Behandlungsterminen an die Terminservicestellen zu melden. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) kritisiert die Pläne der Bundesregierung scharf.
Nach Angaben der KVN sieht ein kurzfristig eingebrachter Änderungsantrag zum Gesetz zur Reform der Notfallversorgung entsprechende Vorgaben vor. Bislang können Praxen selbst bestimmen, wie viele freie Termine sie melden.
KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch spricht von einem massiven Eingriff in die ärztliche Freiheit. Die Praxen seien bereits stark belastet. Zusätzliche Meldepflichten würden Bürokratie schaffen, aber keine zusätzliche Behandlungszeit.
Auch der stellvertretende Vorsitzende Thorsten Schmidt warnt vor negativen Folgen für die ambulante Versorgung. Die Entscheidung über die Terminvergabe müsse weiterhin bei den Praxisteams liegen.
Der Bundestag soll sich am Donnerstag, 15. Oktober, mit der Gesetzesreform befassen.
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026.
www.lueneburgaktuell.de
Anmerkung der Redaktion:
War da nicht einmal das Versprechen, Bürokratie abzubauen? Statt Arztpraxen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, sollen offenbar neue Meldepflichten hinzukommen. Dabei fehlt es vielerorts schon heute an Zeit für die Patienten. Vielleicht sollte sich die Politik darauf konzentrieren, dass Ärzte wieder mehr Zeit zum Behandeln haben – statt zum Ausfüllen und Melden.
Weniger Bürokratie war doch das Ziel. Oder haben wir da etwas falsch verstanden?
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