Lüneburg, am Mittwoch den 26.08.2026

ALA warnt vor Rückschritt beim Denkmalschutz

von Lüneburg Aktuell redaktionell gekürzt am 26.08.2026




Lüneburger Altstadtverein kritisiert geplante Änderung des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes deutlich
Der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) warnt eindringlich vor den geplanten Änderungen am Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz. Der Verein mit mehr als 600 Mitgliedern befürchtet, dass Abrisse und Eingriffe in historische Bausubstanz künftig erleichtert werden könnten.
Nach Ansicht des ALA droht eine stärkere Gewichtung wirtschaftlicher Interessen zulasten des kulturellen Erbes. Schnellere Genehmigungsverfahren dürften nicht dazu führen, dass fachliche Prüfungen und der Schutz historischer Gebäude geschwächt werden. Stattdessen fordert der Verein eine bessere personelle Ausstattung der Denkmalbehörden.
Als Beispiel nennt der ALA Lüneburg: Für rund 1.500 Baudenkmäler stünden derzeit weniger als zwei Vollzeitstellen zur Verfügung. Gleichzeitig dürfe das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege nicht weiter geschwächt werden.
Kritisch sieht der Verein auch eine stärkere Anwendung der sogenannten wirtschaftlichen Zumutbarkeit. Dadurch könnten nach Einschätzung des ALA Abrisse oder erhebliche Eingriffe in denkmalgeschützte Gebäude leichter durchgesetzt werden. Zwischen 1979 und 1993 dokumentierte der Verein allein in seinen „Abrisskalendern“ 150 historische Gebäude, die verloren gingen.
Auch bei archäologischen Fundstellen sieht der ALA Gefahren. Erdarbeiten könnten nach Auffassung des Vereins künftig teilweise ohne ausreichende vorherige fachliche Prüfung oder Begleitung erfolgen.
„Denkmalschutz ist kein Luxus, sondern eine Investition in unsere Identität, unsere Kultur und unsere Lebensqualität“, heißt es in der Stellungnahme. Der ALA fordert die niedersächsische Landesregierung auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen oder grundlegend zu überarbeiten.

Quelle: Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V., Stellungnahme vom 25. August 2026

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© Fotos: ALA


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