Andrea Schröder-Ehlers soll antreten
von Carlo Eggeling am 19.06.2026
Andrea Schröder-Ehlers soll als OB-Kandidatin für die SPD antreten. Das hat der Ortsvereinsvorstand am Donnerstagabend beschlossen. Das bestätigen parteiinterne Kreise, offiziell soll es im Laufe des Freitags bekanntgegeben werden. Die ehemalige Landtagsabgeordnete und leitende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung ist jetzt Vize-Präsidentin des Landesrechnungshofs. Offenbar waren bei der Behörde noch Formalitäten zu klären, ob sie eine politische Aufgabe dieser Ausprägung übernehmen darf, da die Behörde überparteilich und neutral agieren soll. Sie springt damit für Oliver Wozinok ein, der am Donnerstagvormittag per Video mitgeteilt hatte, dass er aus gesundheitlichen Gründen seine Kandidatur zurückziehen muss.
Die Parteiführung dürfte Wozionk schon Tage vorher ins Bild gesetzt haben, sodass man ausloten konnte, wer als Alternative infrage kommt. Da die Abgeordneten für Bundes- und Landtag, Jakob Blankenburg und Philipp Meyn, augenscheinlich nicht wollten, kam die als erfahren geltende Schröder-Ehlers in den Blick.
Nun könnte man sich fragen, warum die sich nicht schon viel früher dazu bereit erklärt hat, denn die SPD suchte bekanntlich monatelang nach einem profilierten Kandidaten. Den sie nicht fand. Schließlich hob sie Wozinok auf den Schild, einen Mann, der selbst in seiner eigenen Partei weitgehend unbekannt war.
Mit der vermeintlich schnellen Reaktion dürfte die Partei versuchen, eine positive Geschichte zu schreiben: Seht her, in der Krise stehen wir zusammen und können mit großer Kraft eine kompetente Bewerberin präsentieren. Eine, die ein Herz für den erkrankten Oliver, für die Partei, vor allem aber für unser Lüneburg besitzt. Es geht um Notfallmanagement und den Stolz einer Partei, die nicht ohne eigenes Angebot und Gesicht in den Wahlkampf ziehen kann. Schließlich stellte sie bis vor fünf Jahren drei Jahrzehnte lang den Oberbürgermeister.
Abzuwarten bleibt, ob das die Wähler überzeugt. Dafür werden Partei und Kandidatin eine Menge Arbeit investieren müssen -- zig Stände in Fußgängerzonen und in den Stadtteilen. Dazu Diskussionsrunden, bei denen Andrea Schröder-Ehlers, die im Rat sitzt, belegen sollte, dass sie sich in Lüneburg gut auskennt und Lösungen für Probleme in petto hat. Carlo
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