Anwohner fordern Info-Veranstaltung von Kalisch + + Bauwagen-Dorf
von Carlo Eggeling am 18.08.2026Warum es keine Anwohnerversammlung für den Schanzenweg gebe, wollten zwei Bürger im Bauausschuss von der Verwaltung wissen. So ein Treffen habe die Oberbürgermeisterin vor Monaten zu gesagt, um über das Drumherum des umstrittenen Bauprojekt mit rund 100 Wohnungen zu informieren. Mehrmalige Nachfragen der Betroffenen, aber auch von Lüneburg aktuell ergaben stets die gleiche Antwort: Die Versammlung gebe es, wenn Untersuchungsergebnisse etwa zum Baugrund vorliegen. Diese Sätze waren von Christian Lied von der Verwaltung jetzt erneut zu hören. Die Nachbarn haben hingegen eher den Verdacht, dass Claudia Kalisch ein unangenehmes Thema aus dem Wahlkampf halten möchte.
Die Bauverwaltung berichtete zudem das, was LA vor Tagen bereits veröffentlicht hatte: Die Baugenehmigung für den ehemaligen Gewerbehof bleibt bestehen. Für den Part, der an Schanzenweg und Bei Mönchsgarten entstehen soll, muss der Bauantrag neu gestellt werden, da der Investor entsprechende Gutachten nicht eingereicht hat. Trotzdem bestehen weiter Fragen der Anwohner, sie wollen möglichst schnell eine Versammlung -- die die Bauverwaltung als nicht nötig erachtet. Inzwischen ist aus Lüneburger Immobilienkreisen zu hören, dass das Areal an andere Interessenten verkauft ist oder verkauft werden soll. Ob das stimmt, bleibt offen.
Grünes Licht gab es für den Umzug des Bauwagenplatzes von Wienebüttel an den Brockwinkler Weg, dem muss der Rat noch zustimmen. Das "Dorf" kommt in ein sensibles Gebiet. In der Vergangenheit galt der Bereich als Kaltluftschneise für die Beatmung der Stadt. Das spielt aus Sicht der Verwaltung und der Grünen nun eine untergeordnete Rolle. Die "mobilen Wohneinheiten" stünden dem Wind nicht im Weg, zudem gebe es einen Extra-Platz für Sanitäranlagen, alles in allem eine Verbesserung.
Für die SPD betonte Jörg Kohlstedt, dass sechs Meter hohe Konstrukte bedenklich sein, Tiny-Häuser dürften nicht entstehen. Falle alles nicht so hoch aus, konterte die Verwaltung, weil die Höhe vom Niveau des Brockwinkler Wegs aus gelte. Andrea Kabasci von den Grünen lobte die "versieglungsarme" Wohnform. Am Ende nickte der Ausschuss das Vorhaben bei einer Enthaltung der Stimme von FDP-Mann Cornelius Grimm ab. Der Pachtvertrag für das Areal soll über 30 Jahre geschlossen werden. Carlo Eggeling
Fotos: Die Nachbarn am Schanzenweg wehren sich gegen eine massive Bebauung, durch das Senkungsgebiet sei es riskant, in den Untergrund zu gehen. Plakate machen darauf aufmerksam.
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