Asbest macht Helfern zu schaffen — 70 Feuerwehrleute im Einsatz
von Feuerwehr am 12.10.2026++ Nächtlicher Gebäudebrand dauert bis in Morgenstunden
++ Schwierige Einsatzbedingungen durch Asbestplatten
Preten. Zu einem Brand der Kategorie „klein“ wurden in der Nacht zu Montag die
Freiwilligen Feuerwehren Dellien und Neuhaus/Elbe um 22.40 Uhr nach Preten in die
Dorfstraße alarmiert. Gemeldet wurde ein unklarer Feuerschein in einem leerstehenden
Gebäude.
Erhöhung des Einsatzstichwortes auf Gebäudebrand
Aufgrund der Aussage des Anrufers in der Leitstelle Lüneburg, der Knallgeräusche vernahm,
wurde schon beim Eintreffen der ersten Wehr das Stichwort auf B2, also auf einen
Gebäudebrand erhöht.
Infolgedessen wurden um 22:49 Uhr die Feuerwehren Haar, Sumte und Zeetze, sowie Stapel
mit dem Atemschutzanhänger und die Kommunikationsgruppe der Feuerwehr alarmiert.
Zusätzlich kamen die Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr
Boizenburg zur Einsatzstelle. Die Boizenburger wurden aufgrund des Einsatzstichwortes
automatisch alarmiert.
Die Unterstützung aus Mecklenburg-Vorpommern konnte zeitnah wieder einrücken, da sie für
die Gegebenheiten vor Ort und den Einsatz nicht zwingend benötigt wurden. Im Verlauf des
Einsatzes wurde auch der Bleckeder Stadtbrandmeister Falk Bardenhagen zur weiteren
Unterstützung und Absprache, sowie ein Logistikfahrzeug der Feuerwehrtechnischen Zentrale
(FTZ) aus Scharnebeck. Letzteres diente dem Austausch und der Bereitstellung von bereits
eingesetztem beziehungsweise verbrauchtem Material.
Zusätzliche Gefahren an der Einsatzstelle
Die Herausforderung für die Einsatzkräfte vor Ort war nicht nur der Vollbrand eines
leerstehenden Gebäudes, Kälte und die starke Rauchbelastung, sondern das mit
Wellasbestplatten gedeckte Dach. Die Feuerwehrleute konnten zum Großteil nur unter
Atemschutz vorgehen. Es wurden zur koordinierten Abarbeitung mehrere Einsatzabschnitte
gebildet und zwei nahegelegene Bohrbrunnen zur Wasserentnahme genutzt.
Gelöscht wurde von allen Seiten des Gebäudes. Mehrere Strahlrohre und Atemschutztrupps
befanden sich dabei im Einsatz. Ein Wasserwerfer wurde zusätzlich aufgebaut. Das
Übergreifen auf benachbarte Gebäude konnte erfolgreich verhindert werden.
Gezielten und koordinierten Einsturz des Giebels veranlasst
Bereits eine Stunde nach der Alarmierung war der Dachstuhl fast vollständig runtergebrannt.
Gegen 2 Uhr in den Morgenstunden konnte die Meldung „Feuer unter Kontrolle“ gegeben
werden. Um ein kontrolliertes Abbrennen des Gebäudes zu ermöglichen, wurde mithilfe eines
Teleskopladers der Agrarvereinigung eG Darchau ein Giebel des Hauses gezielt zum Einsturz
gebracht. Die Firma rückte dankenswerterweise noch in der Nacht mit dem entsprechenden
Gerät an und stellte damit eine schnelle Hilfe in den anhaltenden Einsatzmaßnahmen dar.
Im Anschluss brachten die Feuerwehrleute mit Schwerschaumrohren einen Schaumteppich
auf die Ruine auf, um das Brandgut abzukühlen. Wie der Name sagt, ist der Schaumteppich
dicht, haftend, schwer und legt sich auf das brennende Material, um es auszukühlen.
Um 4 Uhr wurde „Feuer aus“ gemeldet und die Nachlösch- und Aufräumarbeiten begonnen.
Neben den ca. 70 Feuerwehrleuten befanden sich auch die Polizei, der Rettungsdienst, die
DRK Ortsgruppe Neuhaus vor Ort. Der Einsatz dauerte bis Montagmorgen 08.00 Uhr an.
Eine Brandwache wurde durch die Feuerwehr Dellien eingerichtet.
Die Kreisstraße K55 war für die Dauer des Einsatzes voll gesperrt. Bei den Aufräumarbeiten
galt es vor allem, diverses Material und auch die Einsatzkleidung einiger Feuerwehrleute,
welche durch das Freilegen von Fasern der beschädigten Asbestplatten kontaminiert wurden,
fachgerecht zu verpacken und durch eine Spezialfirma reinigen zu lassen.
Bericht Claudia Harms
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