AV-Präsident Meyer für Abschaffung der Rente mit 63
von Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. am 06.08.2026Für eine nachhaltige und generationengerechte Altersversorgung: AV-Präsident Volker Meyer plädiert für eine zügige Umsetzung der Rentenreform und die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63
Die angedachte Rentenreform und dabei insbesondere die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 wird vom Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. (AV) begrüßt. AV-Präsident Volker Meyer hält die geplanten Änderungen für notwendig, um die Rentenkasse zu entlasten und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen die aktuellen Bestrebungen einiger Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Versicherungsjahren zu erhalten.
Rente mit 63: Hohe Kosten für die Rentenkasse und ungleich verteilte Inanspruchnahme je nach Einkommensklasse
Die Regierung hat eine Kommission aus Rentenexperten und Politikern eingesetzt, um Vorschläge für eine Rentenreform auszuarbeiten. Am 23. Juni 2026 wurden 33 Empfehlungen für die langfristige Reform der Altersvorsorge in Deutschland vorgelegt. Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas hat angekündigt, deren Empfehlungen vollständig umzusetzen. Dies begrüßt Volker Meyer ausdrücklich: „Die Maßnahmen sollten jetzt zügig umgesetzt werden, um die Alterssicherung in Deutschland für die Zukunft aufzustellen.“ Insbesondere die abschlagsfreie Frührente nach 45 Versicherungsjahren ist seiner Ansicht nach viel zu teuer für die Rentenkasse und zeigt auch nicht den gewünschten Effekt. Nicht diejenigen mit körperlich besonders anstrengenden Tätigkeiten nehmen sie vermehrt in Anspruch, sondern gutverdienende Angestellte, die zudem gewisse Rücklagen bilden konnten, so Meyer. Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) stützen diese Sicht (IW-Kurzbericht 98/2022): Menschen mit einem mittleren bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen nehmen die abschlagsfreie „Rente mit 63“ häufiger in Anspruch als andere Einkommensgruppen. Während nur 5 Prozent der Personen im untersten Einkommensfünftel vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen, sind es im mittleren Einkommensfünftel 36 Prozent. Entscheidend ist weniger die körperliche Belastung des Berufs als vielmehr eine lange, ununterbrochene Erwerbsbiografie mit 45 Versicherungsjahren. Dadurch profitieren insbesondere Beschäftigte mit stabilen Erwerbsverläufen. Die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente würde nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) 9,5 Milliarden Euro pro Jahrgang sparen und 125.000 Arbeitskräfte erhalten. „Die Erfahrung dieser langjährigen Mitarbeiter ist nicht so leicht zu ersetzen und eine Stütze jedes Unternehmens“, betont Meyer.
Insofern unterstützt AV-Präsident Volker Meyer einen der zentralen Vorschläge der Kommission: Versicherte sollen eine vorgezogene Altersrente nur noch mit Abschlägen beziehen können. Gegenwind kommt aktuell von den drei ostdeutschen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen). Sie fordern den Erhalt der im Jahr 2014 eingeführten Regelung. „Unverständlich,“ so Volker Meyer, „es wäre eine wichtige Reform.“
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