Bade: „Starke Kommunen brauchen ein starkes Handwerk“ Handwerkskammer verabschiedet Positionsp
von HWK am 13.07.2026Die Vollversammlung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade hat ein Positionspapier zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen am 13. September 2026 verabschiedet. Unter dem Titel „Starkes Handwerk. Starke Kommunen“ formuliert die Kammer zentrale Erwartungen des regionalen Handwerks an Kommunalpolitik und Verwaltung. „Handwerksbetriebe sind in unseren Städten und Gemeinden fest verwurzelt. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, sichern Versorgung vor Ort und setzen zentrale Zukunftsaufgaben praktisch um - von der energetischen Sanierung bis zur Elektromobilität“, sagt Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Damit das gelingt, brauchen sie Kommunen, die Verfahren beschleunigen, Flächen sichern, faire Vergaben ermöglichen und den Wirtschaftsverkehr mitdenken.“
Kommunale Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf die wirtschaftlichen Bedingungen der Betriebe aus. Dazu gehören Genehmigungen, Gewerbeflächen, Verkehrs- und Baustellenplanung, Parkmöglichkeiten, Vergaben sowie kommunale Steuern, Abgaben und Gebühren. Zugleich sind Städte, Gemeinden und Landkreise wichtige Auftraggeber für das regionale Handwerk, etwa bei Bau-, Sanierungs-, Reparatur- und Instandhaltungsaufträgen. Mit dem Positionspapier fordert die Handwerkskammer unter anderem eine stärkere Einbindung des örtlichen Handwerks in die Wirtschaftsförderung, schnellere und digitale Genehmigungsverfahren, mittelstandsfreundliche Vergaben, praxistaugliche Lösungen für Wirtschaftsverkehr und Handwerkerparken sowie eine verlässliche Gewerbeflächenpolitik. Weitere Themen sind die Fachkräftesicherung, moderne Berufsschulen, faire Rahmenbedingungen bei kommunaler Leistungserbringung und die Einbindung des Handwerks bei Energie-, Wärme- und Klimaschutzfragen. „Starke Kommunen brauchen ein starkes Handwerk“, betont Bade. „Unsere Betriebe leisten einen entscheidenden Beitrag zu Wertschöpfung, Ausbildung und Lebensqualität. Wer das Handwerk vor Ort entlastet, stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit der Kommune.“ Das Positionspapier soll Grundlage für Gespräche mit Kommunalpolitik und Verwaltung in der kommenden Wahlperiode sein. Die Handwerkskammer und die Handwerkerschaften vor Ort stehen dafür als Ansprechpartner zur Verfügung.
Ergänzend hat die Handwerkskammer auf Grundlage des Positionspapiers eine Unternehmensbefragung zu kommunalen Standortbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein geteiltes Bild: Während ein Teil der Betriebe mit den Standortbedingungen in seiner Kommune zufrieden ist, sieht ein ebenso großer Teil Verbesserungsbedarf. Besonders häufig genannt wurden die Steuer- und Abgabenlast sowie Genehmigungs- und Verwaltungsprozesse. Auch Verkehrsfragen, Parkmöglichkeiten und fehlende Gewerbeflächen wurden von den Betrieben angesprochen. „Die Befragung zeigt, wo die Betriebe im Alltag konkret Entlastungen erwarten“, so Bade. „Es geht nicht um Sonderwege für das Handwerk, sondern um Verfahren, die funktionieren, um faire Rahmenbedingungen und um kommunale Entscheidungen, die wirtschaftliches Handeln ermöglichen.“
Einen tieferen Einblick in die Positionen des Handwerks, die Umfrageergebnisse sowie Statements von Handwerkern vor Ort zur Kommunalwahl gibt es unter: www.hwk-bls.de/kommunalwahlen-2026.
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