Bahn-Neubaustrecke: Entscheidung im Bundestag steht bevor
von Lüneburg Aktuell redaktionell gekürzt am 16.09.2026 Im jahrelangen Streit um die Bahnverbindung zwischen Hamburg und Hannover zeichnet sich eine Entscheidung ab.
Nach Angaben der Lüneburger SPD-Abgeordneten Jakob Blankenburg und Philipp Meyn haben sich die Verkehrspolitiker von SPD und Union für eine Neubaustrecke ausgesprochen.
Der Verkehrsausschuss des Bundestages soll sich am 23. September mit dem Projekt befassen. Einen Tag später, am 24. September, ist die Beratung und Abstimmung im Bundestag vorgesehen. Eine endgültige Entscheidung ist damit derzeit noch nicht gefallen. Geplant ist eine zweigleisige Neubaustrecke zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld. Nach den bisherigen Planungen soll sie rund 109 Kilometer lang sein. Die Kosten wurden zuletzt mit rund 8,8 Milliarden Euro angegeben. Das Eisenbahn-Bundesamt bewertet die von der Deutschen Bahn vorgeschlagene Variante als wirtschaftlich. Blankenburg begrüßt die Entwicklung. Die zusätzlichen Kapazitäten seien sowohl für Bahnreisende als auch für die Wirtschaft dringend erforderlich. Nach seinen Angaben sollen bei der weiteren Planung unter anderem die Gedenkstätte Bergen-Belsen geschützt, zusätzlicher Lärmschutz vorgesehen und Regionalhalte in Soltau und Bergen berücksichtigt werden. Auch Philipp Meyn spricht sich für die Neubaustrecke aus. Er verweist auf die hohe Auslastung der bestehenden Verbindung. In einer Anhörung des Bundestags-Verkehrsausschusses war für die Strecke eine Auslastung von 147 Prozent genannt worden. Parallel zur Neubaustrecke sollen nach Angaben der beiden SPD-Abgeordneten Verbesserungen an der bestehenden Strecke umgesetzt werden. Dazu zählen Arbeiten an Gleisen und Weichen sowie zusätzlicher Lärmschutz unter anderem in Lüneburg und Deutsch Evern. Ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen soll nach ihren Angaben dagegen nicht weiterverfolgt werden. Die Neubaustrecke bleibt politisch umstritten. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hatte sich zuletzt weiterhin für einen Ausbau der Bestandsstrecke im Rahmen von Alpha-E ausgesprochen. Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Jakob Blankenburg MdB und Philipp Meyn MdL / Deutscher Bundestag www.lueneburgaktuell.de
Update: Auch Grüne begrüßen Neubaustrecke
Auch die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden von den Grünen begrüßt die geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover grundsätzlich. Sie verweist darauf, dass aus ihrer Sicht nur eine Neubaustrecke zusätzliche Kapazitäten schaffen und die überlastete Bestandsstrecke wirksam entlasten könne. Gleichzeitig fordert Verlinden, die für 2029 geplante Generalsanierung der bestehenden Strecke nicht zu verzögern oder zu reduzieren. Verbesserungsbedarf sieht sie unter anderem bei den Regionalhalten. Nach ihrer Auffassung sollte es in jedem betroffenen Landkreis mindestens einen Regionalhalt geben. Quelle: Büro Dr. Julia Verlinden MdB
UPDATE – IHK begrüßt Einigung zum Bahnausbau
Auch die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg begrüßt die Verständigung von Union und SPD zur Bahnstrecke Hamburg–Hannover. Entscheidend sei, dass nun bei Planung und Umsetzung keine weitere Zeit verloren werde.
Die IHK fordert zugleich, dass bei einer Neubaustrecke die Fernverkehrshalte in Lüneburg, Uelzen und Celle langfristig gesichert bleiben. Außerdem müsse geklärt werden, ob Regionalzüge künftig an den geplanten neuen Bahnhöfen Soltauer Heide und Bergen halten.
Quelle: IHK Lüneburg-Wolfsburg, 16. September 2026
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