Bardowicker Brücke wird zum Nadelöhr
von Landkreis am 12.10.2026Für verlängerte Lebensdauer:
Klappbrücke Bardowick nur noch einspurig befahrbar
(lk) Bis zu 10.000 Fahrzeuge täglich passieren derzeit die schmale Klappbrücke über die Ilmenau in Bardowick. Ab Mittwoch (14. Oktober 2026) benötigen Verkehrsteilnehmer dort bis auf Weiteres mehr Geduld: Der Landkreis-eigene Betrieb für Straßenbau und Verkehr (SBU) schränkt die Durchfahrt auf der Brücke ein, um das Bauwerk zu entlasten und dessen Nutzungsdauer zu verlängern.
„Die jüngste Brückenprüfung attestiert der Klappbrücke die Note 2,8. Bereits ab einem Wert von 2,5 ist vorgeschrieben, dass wir als Eigentümer mit der Planung für eine Sanierung oder einen Neubau beginnen. Note 4 würde die sofortige Sperrung bedeuten“, sagt Ina Dehning, technische Angestellte beim SBU. „Die Tragfähigkeit der Brücke ist bereits eingeschränkt. Noch hält sie den Schwerlastverkehr aus, allerdings nur solange die Lastwagen mittig fahren. Wir beobachten allerdings, dass immer wieder zum Lkw-Begegnungsverkehr auf der Brücke kommt, was das Bauwerk zusätzlich schädigt.“ Abgeplatzter Beton und teils freiliegende Bewehrung an den Schrammborden rechts und links der Fahrbahn machen diesen Zustand sichtbar.
Vorgesehen ist, neben den mobilen Ampeln für den Straßenverkehr auch eine Behelfsampel für Fußgängerinnen und Fußgänger in Höhe der Eventfabrik zu installieren. Die Ampelanlage soll zunächst bis Ende Juni 2027 stehen. In dieser Zeit plant der SBU Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt über die Zukunft der Ilmenau als Bundeswasserstraße: Solange der Fluss diesen Status hat, muss er grundsätzlich schiffbar bleiben.
Vom Ergebnis der Gespräche hängt das weitere Vorgehen ab. Infrage kommen sowohl eine Sanierung als auch ein Neubau der Brücke. „Wenn wir sanieren, müssten wir den Beton erneuern, die Stahlteile abstrahlen, grundieren und dreifach anstreichen, die Brückenlager tauschen und die Verriegelung des Klappmechanismus erneuern“, so Dehning. Inklusive Planung und Ausschreibung würden diese Arbeiten voraussichtlich drei Jahre dauern. „Bei einem Neubau kommt es darauf an, ob die Brücke auch künftig klappbar sein muss. Die reine Bauzeit liegt dann bei rund eineinhalb Jahren, denen allerdings ein Planfeststellungsverfahren und mögliche Klagen vorausgehen.“
Hintergrund
Die Klappbrücke in Bardowick stammt aus dem Jahr 1965. Brücken dieser Art haben eine maximale Lebensdauer von 75 Jahren. Zuletzt hat der SBU das Bauwerk in den Jahren 2008 und 2012 umfassend saniert. Aufgrund ihrer Kurvenlage ist die Brücke anfällig für technische Störungen beim Klappmechanismus. Sommerliche Hitze sorgt regelmäßig dafür, dass sich der Stahl ausdehnt und verkantet.
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