Lüneburg, am Donnerstag den 10.09.2026

Barrieren zur Seite räumen

von Lebenshilfe am 10.09.2026


Teilhabe beginnt am Bahnhof: Immer wieder ist der Aufzug kaputt, wer im Rollstuhl sitzt oder Gehhilfen braucht, steht vor einer Barriere. Svenja Matthies vom Werkstattrats der Lebenshilfe in Tostedt weiß, wie der Weg zur Arbeit zu einer kaum zu überwindenden Hürde werden kann: „Barrierefreiheit ist damit keine Nebensache, sondern eine ganz konkrete Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.“ Svenja Matthies gehört zudem rund 220 Beschäftigten am Standort Tostedt. Ihre Sorgen und Anregungen brachte sie jetzt bei einem Treffen mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Cornell Babendererde und Rolf Aldag, Kommunalpolitiker und Bürgermeister von Dohren zu Gehör.

Mit dabei waren Inge Seiler-Päpper(Geschäftsführerin), Katja Zobel (Bereichsleitung Werkstätten), Martin Langer(Leitung Teilhabe und Arbeit LK Harburg) und Carina Lentz-Lemke (Leitung Teilhabe und Bildung, Landkreis Harburg) sowie Svenja Matthies vom Werkstattrat.

Im Mittelpunkt stand ein Austausch über die vielfältigen Möglichkeiten, die die WfbM bietet – von Arbeit und Bildung über Tagesförderung und Sozialdienst bis hin zu Außenarbeitsplätzen und Angeboten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Vorgestellt wurden unter anderem die Bereiche Wäscherei, Montage und Tagesförderstätte sowie die Angebote zur Vorbereitung auf eine mögliche Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und ausgelagerte Arbeitsplätze waren Thema. Dabei wurde deutlich, dass solche Kooperationen wichtige Brücken in die Arbeitswelt schaffen können.

Beim Rundgang durch die Werkstatt wurde die Wäscherei vorgestellt, die sich nach einem Umbau auf dem neuesten Stand der Technik befindet. Dabei ging es nicht nur um die Arbeitsabläufe, sondern auch darum, welche Bedeutung die Arbeit für die Beschäftigten hat. Rolf Aldag berichtete, dass er selbst seine Wäsche in unsere Wäscherei bringt.

Besonders deutlich wurde im Gespräch, dass Inklusion nicht nur innerhalb einer Werkstatt stattfindet. Sie betrifft den öffentlichen Nahverkehr, Arbeitsplätze, Bildung, Wohnen, Freizeit und das gesamte gesellschaftliche Leben. Wenn Barrieren bestehen, wird Teilhabe für Menschen mit Behinderung unnötig erschwert.

Auch die politische Beteiligung spielte eine Rolle. Es wurde darüber gesprochen, wie wichtig es ist, die Erfahrungen von Menschen mit Behinderung stärker in politische Entscheidungen einzubringen und ihre Perspektiven sichtbar zu machen. Demokratie und Beteiligung müssen für alle Menschen zugänglich sein.

© Fotos: Lebenshilfe


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