Lüneburg, am Dienstag den 26.05.2026

bundesweite Kampagne "Spurlos Verschwunden"

von Polizei am 26.05.2026


bundesweite Kampagne "Spurlos Verschwunden" des BKA zum Tag des vermissten Kindes: Vermisstenfall "Katrin Konert" aus Bergen/Dumme als Teil der Kampagne ++ Fall bewegt auch nach mehr als 25 Jahren
Lüneburg (ots)


++ bundesweite Kampagne "Spurlos Verschwunden" des BKA zum Tag des vermissten Kindes: Vermisstenfall "Katrin Konert" aus Bergen/Dumme als Teil der Kampagne ++ Fall bewegt auch nach mehr als 25 Jahren weiterhin die Angehörigen, das Umfeld, die Region und die Polizei ++ Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts dauern auch nach 25 Jahren an ++

Deutschland/Lüchow-Dannenberg

Jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Allein 2025 registrierte die Polizei rund 108.900 Vermisstenfälle. Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen kehrt nach kurzer Zeit wohlbehalten in ihr soziales Umfeld zurück. Einige Fälle bleiben jedoch über Jahre hinweg ungeklärt - Familien leben weiter in Ungewissheit.

Der internationale Tag der vermissten Kinder macht am 25. Mai seit Jahrzehnten auf das Schicksal verschwundener Kinder und Jugendlicher aufmerksam.

Anlässlich dieses Tages startete das Bundeskriminalamt (BKA) die bundesweite Kampagne "Spurlos Verschwunden". Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für ungeklärte Vermisstenfälle zu erhöhen und neue Hinweise aus der Bevölkerung zu gewinnen.

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen aktuell sechs Kinder und Jugendliche, die zwischen 1985 und 2021 in Deutschland verschwanden und bis heute vermisst werden: Sven Hollstein, Sandra Wißmann, Katrin Konert, Inga Gehricke sowie Frieda und Alfons Schulz.

Zuletzt gesehen bei alltäglichen Situationen wie auf dem Nachhauseweg, beim Einkaufen oder auf einem Ausflug. Ihre Fälle stehen exemplarisch für viele weitere ungeklärte Vermisstenfälle in Deutschland.

Ihr Hinweis kann den Unterschied machen Das BKA ruft die Bevölkerung dazu auf, die Kampagne aktiv zu unterstützen. Oft entscheidet eine einzige, bisher unbedeutend erscheinende Beobachtung über den Erfolg einer Fahndung. Weiterführende Informationen zu den Vermisstenfällen sowie Möglichkeiten zur Hinweisabgabe finden Sie unter: www.bka.de/spurlosverschwunden

Auch ohne konkrete Hinweise kann jede und jeder einen wichtigen Beitrag leisten: Teilen Sie die BKA-Kampagne "Spurlos Verschwunden" in den

Exemplarisch für viele weitere werden sechs vermisste Kinder und Jugendliche vorgestellt, die zwischen 1985 und 2021 in Deutschland verschwanden und deren Verbleib bis heute ungeklärt ist.

Eines dieser Kinder ist die seit 2001 vermisste Katrin Konert aus Bergen/Dumme (Landkreis Lüchow-Dannenberg), einer der bekanntesten Vermisstenfälle in Norddeutschland.

Hintergrund:

Nach dem Verschwinden seit dem Neujahrsabend 2001 dauern die Ermittlungen und Bemühungen der Polizei den Verbleib von Katrin Konert aufzuklären, weiterhin an. In den letzten fast zweieinhalb Jahrzehnten haben Angehörige, das weitere Umfeld wie auch die Polizei fast nichts unversucht gelassen, um das Verschwinden von Katrin Konert und dessen Hintergründe aufzuhellen. Aufgrund der Gesamtumstände ermittelt die Polizei wegen eines vermutlichen Tötungsdelikts.

Die damals 15-jährige Katrin Konert gilt seit dem Neujahrsabend 2001 als vermisst. Letztmalig wurde sie damals im Bereich des Ortskerns von Bergen (An der Dumme) (Landkreis Lüchow-Dannenberg) gesehen. Die ca. 1,60 m große, schlanke Katrin Konert hatte schwarz gefärbte, kinnlange Haare und war mit einer schwarzen Jacke ("Bomberjacke" mit orangefarbenem Innenfutter), einer schwarzen Cordhose, schwarzen Stiefeln sowie einem weißen Rollkragenpullover bekleidet. Am Abend des 01.01.2001 herrschte leichter, am Boden gefrierender Nieselregen ("Blitzeis").

Sachstand

Bereits im Jahr 2018 hatte eine neu besetzte Ermittlungsgruppe (EG) der Polizeiinspektion den Fall in Kooperation mit der Operativen Fallanalyse (OFA) des Landeskriminalamts Niedersachsen komplett neu aufgerollt. Auch aufgrund der intensiven Öffentlichkeitsarbeit auch mit einem Podcast des NDR ("Täter unbekannt") sowie einer mehrwöchigen Präsenz in Bergen (Dumme) mit Flugblatt-Aktionen und einem Infopunkt gingen in der Folge mehr als 170 neue "Spuren"/Hinweise bei den Ermittlern ein. Dabei resultierend durchsuchten die Ermittler Anfang 2019 großflächig u.a. auch mehrere Waldstücke in der Region. Mit Beginn der Ermittlungsgruppe übernahm KHK'in Annegret Dau-Rödel von KOK Andreas Rusche, der die Pensionsaltersgrenze erreicht hatte, federführend die Ermittlungen zum Fall "Katrin Konert" und führte diese auch in den letzten Jahren mit Nachdruck fort.

Die Ermittler sind sich sicher, dass es in dem Fall auch nach mehr als 25 Jahren "Menschen gibt, die noch nicht alles gesagt haben, was sie wissen oder wissen könnten. Dabei könnte es sich um den/die möglichen Täter, Mitwisser wie auch potentielle Zeugen oder Hinweisgeber handeln, die aufgrund veränderter Beziehungsverhältnisse, der Möglichkeit auch nach vielen Jahren sich eines schlechten Gewissens zu entledigen wie auch einer (möglichen) strafrechtliche Verjährung zur Aufklärung des Verschwindens von Katrin Konert beitragen."

Belohnung für Hinweise in Höhe von 10.000 Euro

Die Polizeidirektion Lüneburg hat weiterhin eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Über die Zuerkennung bzw. Verteilung der Belohnungen bei mehreren Hinweisgebern wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach rechtskräftiger Erledigung der Strafsache entschieden.

Offene Fragen

Die mediale Präsenz anlässlich des Jahrestags des Verschwindens von Katrin Konert wollen die Ermittler auch nutzen, um gezielt auf einzelne bis dato unveröffentlichte Details hinzuweisen.

Nach einem anonymen Hinweis über das BKMS-Portal gibt es eine weitere Person, die mit Katrin am Abend des 01.01.2001 gesprochen hat. Diese Person wollte Katrin damals nach eigenen Angaben nach Hause fahren; sie habe jedoch abgelehnt.

Ein Anonymus gab bereits 2018 den Hinweis auf diese Person über das freigeschaltete BKMS-System, und nannte auch die Adresse der Person. Die Ermittler kontaktierten in der Folge die Person, die bestätigte, dass sie am 01.01.2001 Kontakt mit Katrin hatte. Jedoch blieben auch dort verschiedene Fragen offen und sind bis heute nicht überprüfbar.

Trotz mehrerer Kontaktversuche über das individuelle Postfach im BKMS-System kam mit dem anonymen Hinweisgeber in der Vergangenheit kein Kontakt mehr zu Stande. Dieses wäre für die Ermittler jedoch sehr wichtig! Deshalb bittet die Polizei den Anonymus nochmals eindringlich (direkt oder anonym über das BKMS-System) mit den Ermittlern in Kontakt zu treten.

Parallel fragen die Ermittler:

Wem sind Sie als Bewohner/Hundehalter am Nachmittag und Abend des 01.01.2001 in Bergen (Dumme) begegnet? Dabei sind für die Polizei auch "normale" Alltagsbegegnungen/ -wahrnehmungen von Interesse (beispielsweise Anwohner, Nachbarn, Passanten, Hundehalter, Lieferanten).

Waren Sie 2000/2001 zur Silvesterfeier in der Region/ in Bergen und sind über Nacht bei einem Bekannten/ Verwandten geblieben? Sind Ihnen am Abend des 01.01.2001 oder danach Besonderheiten/Veränderungen bei Personen aufgefallen oder bekannt geworden (z.B. unerklärte Abwesenheiten, Verletzungen, Krankheit, verschmutztes und/oder beschädigtes Fahrzeug, Fahrzeugwechsel/ -reparaturen/ -reinigung, plötzlicher Wegzug, Verhaltensänderungen, Beziehungsabbrüche, veränderter Alkohol-/ Drogenkonsum, Suizid/ -versuch)?

Auch aufgrund der erneuten medialen Präsenz erhoffen sich die Ermittler weitere bzw. ergänzende Hinweise zum Verschwinden von Katrin Konert. "Dabei geht es primär nicht um die strafrechtliche Aufklärung des Vermisstenfalls, sondern auch um Gewissheit für die Familie und das Umfeld von Katrin", so KHK'in Annegret Dau-Rödel.

Die Polizei bittet darüber hinaus um Mitteilung aller Informationen, die mit dem Vermisstenfall und der Person Katrin Konert in Zusammenhang stehen könnten - auch wenn sie möglicherweise auf den ersten Blick unwichtig erscheinen.

Hinweise an

Polizeikommissariat Lüchow - Saaßer Chaussee - 29439 Lüchow Telefon: 05841/122-0 E-Mail: poststelle@pk-luechow.polizei.niedersachen.de

© Fotos: Polizei


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