Lüneburg, am Dienstag den 25.08.2026

Dahlenburg: Marei Karge muss vom Spielfeld

von Carlo Eggeling am 25.08.2026


Die Beziehung hielt ein halbes Jahr, nun sind der Dahlenburger Sportklub und Marei Karge geschiedene Leute. Die Mitgliederversammlung hat die 46-Jährige abgewählt. Laut Verein mit einer Mehrheit von rund 70 Prozent. Von den rund 700 Mitgliedern waren 140 gekommen, berichtet der DSK in einer Mitteilung. Die ehemalige Betreiberin des Orchideengartens war von dem Procedere nach eigener Aussage überrascht worden. Mit ihr hätten ihre beiden Mitvorständler Stefan Eggerstedt und Hartmut Hacker zuvor nicht gesprochen.

Wie berichtet, hatten die beiden Vorstände ihrer Kollegin mangelnden Einsatz und einen schwierigen Umgang vorgeworfen. Marei Karge wiederum hatte das zurückgewiesen und tut das auch jetzt noch: Sie habe den Großteil der Arbeit im Verein erledigt; habe sie die beiden anderen angeschrieben, seien ihre Mails nicht beantwortet worden. Sie fühlt sich aus dem Vorstand gedrängt.

Freunde der geschassten Karge haben sich bei LA gemeldet und sehen eine politische Note in dem Vorgang. Karge ist bei der Kommunalwahl am 13. September Gegenkandidatin von Samtgemeinde Bürgermeisterin Uta Kraake, die für ein Bündnis mehrerer Parteien antritt. Beleg dafür soll unter anderem ein Aushang am Rathaus sein, der auf die Abwahl im DSK hinwies.

Der DSK schreibt in seiner Mitteilung: "Wie zu erwarten, gingen der Abstimmung intensive Diskussionen voraus und der Wunsch,
die konkreten Hintergründe zum Abwahlantrag zu erfahren. Die Mitglieder legten ihre Positionen dar, tauschten unterschiedliche Perspektiven auf die Arbeit des Vorstands aus und sparten auch nicht mit Kritik. Ebenfalls nicht überraschend wurde ein Antrag eingebracht, der die Abstimmung verhindern sollte. Eine große Mehrheit der Mitglieder hat diesen Antrag abgelehnt und drängte auf die Abstimmung zur Abwahl."

Marei Karge und ihre Familie sind laut ihrer Aussage inzwischen aus dem DSK ausgetreten. Es sollte einen Schlussstrich geben. Sie wirft den beiden anderen Vorstandsmitgliedern vor gegen die Satzung des Vereins zu verstoßen: "Mein Austritt aus dem DSK ist kein Schuldeingeständnis. Vielleicht sollte man sich stattdessen fragen, wie weit es mit dem eigenen Gerechtigkeitssinn her ist, wenn man anderen Fehlverhalten vorwirft, sich selbst aber über die eigene Satzung hinwegsetzt. Meine Abwahl war offenbar wichtiger als die eigenen Regeln. Resultat: ein Vorstand, der nach der eigenen Satzung nicht beschlussfähig und damit faktisch handlungsunfähig ist."

Als das Trio Karge, Hacker und Eggerstedt im Februar gewählt wurde, klangen die Worte von Samtgemeindebürgermeisterin Kraake nach Sektlaune: "Wir freuen uns über einen gut aufgestellten Verein, der nicht nur ein breites Sportangebot bereithält, sondern auch wichtige Integrationsarbeit leistet und generationsübergreifende gesellschaftliche Aufgaben erfüllt." Jetzt wirkt es eher nach Katerstimmung. Carlo Eggeling

Das Foto zeigt Marei Karge, Stefan Eggerstedt und Hartmut Hacker. Der DSK hatte es nach der Mitgliederversammlung im Februar veröffentlicht.

© Fotos: DSK


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