Der Jägerteich japst nach Luft
von Carlo Eggeling am 17.07.2026Das Gewässer droht umzukippen, Nachbarn alarmieren die Stadt
Es ist ein Idyll in der Stadt. Eigentlich, denn aktuell schimmert der Jägerteich grün von Algen, und wenn man nahe genug kommt, stinkt's. Das Grundstück von Steffen Thon und seiner Frau Lydia Sleifir-Thon liegt direkt am Gewässer. Er sagt, er sei mehrmals mit einem Boot rausgefahren, um das schleimige Grün abzufischen: "Das bringt nichts, es kommt immer wieder." Sie und ihre Nachbarn hätten versucht, mit dem Besitzer ins Gespräch zu kommen, doch letztlich mache der Mann nichts: "Der Teich stirbt." Das Ehepaar und andere haben sich an die Stadt gewandt. Was sagt die?
Die hat dem Eigentümer ein Schreiben zugesandt, dass LA vorliegt, er wurde aufgefordert, bis Ende Juni zu handeln. Aktuell ist augescheinlich nichts passiert. Der Bereich Umwelt empfiehlt, die Algen abzuschöpfen und für eine Belüftung zu sorgen. Passiere nichts, drohe ein Bußgeld von bis zu 10 000 Euro.
Die Verwaltung hat den Mann vor Ort getroffen, berichtet die Pressestelle. Dort habe man ihm die genannten Möglichkeiten aufgezeigt: "Beide Maßnahmen sind vergleichsweise kostengünstig und haben wenig Auswirkungen auf das Ökosystem. Maßnahmen wie eine Entschlammung sind planungs- und sehr kostenintensiv."
Zu beachten sei, dass es sich um ein privates Gewässer handle: "Es muss eine konkrete Gefahr für das Gewässer bzw. das dortige Ökosystem bestehen. Derzeit planen wir, das Probenahmeintervall anzupassen, um schädliche Tendenzen frühzeitig zu erkennen." Übersetzt: Die Stadt zieht die Daumenschrauben an.
Nachbarn beklagen, dass sie mit dem Eigentümer keine Vereinbarung treffen könnten. Ob dem so ist, war nicht zu klären, er war telefonisch nicht zu erreichen. Anlieger schildern, Probleme habe es vor Monaten mit einem umgestürzten Baum gegeben, der im Teich lag und einen Abfluss verstopft habe. Die Straße Im Grimm habe zeitweilig unter Wasser gestanden. Die Stadt sagt dazu, das und auch ein angeblicher Einsatz der Feuerwehr sei ihr nicht bekannt.
Der Bereich Umwelt sei am Thema dran und kümmere sich: "Die Anwohner werden informiert, sobald es einen neuen Stand gibt." Die bleiben selber aktiv. Sie haben inzwischen rund 250 Unterschriften gesammelt, um eine Veränderung zu erreichen. Die wollen sie den Verantwortlichen im Rathaus überreichen. Carlo Eggeling
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