Der Wald ist zu bunt — Pinkys Botschaften an falscher Stelle
von Carlo Eggeling am 08.06.2026Pinky mag's bunt: Abfalleimer, Hydranten, Straßenschilder leuchten an vielen Orten in der Stadt farbig. Gern in Pink. Doch nun hat sich Pinkas, so einer seiner Vornamen, die Wälder vorgenommen -- keine gute Idee. „Die verwendeten Lackfarben können nicht nur die Bäume schädigen, sondern auch negative Auswirkungen auf Flora und Fauna haben, insbesondere auf Insekten und andere Kleinstlebewesen“, sagt Constanze Keuter, Leiterin des Bereichs Grünplanung bei der Stadt. Dass Straßenmaler Pinky hinter dem Ringelmuster auf rund 100 Bäumen sowie auf Mülleimern und Bänken vor allem am Bockelsberg und im Tiergarten steckt, ist für die Polizei ziemlich klar. Polizeisprecher Kai Richter sagt, dass seine Kollegen und andere den 37-Jährigen mehrfach bei seinen Graffities ertappt haben.
Ich habe vor einem Jahr über Pinky berichtet. Sein Vorname Pinkas geht auf den Geiger Pinkas Zuckermann zurück, sein Vater war ein Fan des Musikers. Pinky lebt in einer eigenen Welt. Seine farbigen Spuren und -- wenn er mit Kreide aufs Pflaster malt -- sind Botschaften, die für ihn einen Sinn ergeben, für einen Zuhörer eher nicht.
Pinky erzählte im vergangenen Frühling, Marktforschung habe er gelernt, dann in Münster studiert. Doch das sei es nicht gewesen. Er sei zurückgekehrt, wohne in Volgershall. In einer Welt malt und sprüht er nicht nicht nur, er sei zum Beispiel ein begnadeter Fußballer. Traumhaft, anderswo, wie an einem anderen Ort: "Ronaldo ist mein Bruder." 1,89 sei er groß, wiege 65 Kilo. "Zu wenig." Offensichtlich, sein Pullover schlackerte um ihn herum.
Was also tun? Mit dem Strafrecht dürfte Pinky schwerlich von seinem Tun abzuhalten sein. Könnte sein, dass es mehr auf "erzieherische Gespräche" ankommt, heißt es aus Behrördenkreisen. Der Baum und seine Bewohner als Freunde, die es zu schützen gelte. Carlo Eggeling
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