Die ewige Ruine an der Reichenbachstraße
von Carlo Eggeling am 03.11.2026Rund 300 Feuerwehrleute sind am 18. August 2024 in der Reichenbachstraße im Einsatz. Die Frauen und Männer verhindern, dass die Flammen die Häuserzeile in Schutt und Asche legen. Von vier Drehleitern aus sprühen sie Wasser auf Dächer und Gebäude, Ausgebrochen war das Feuer in einer Dachgeschosswohnung, später finden die Helfer einen 27-Jährigen tot in den ausgebrannten Räumen. Doch die Feuerwehr hat anderen das Leben gerettet.
Alles ist reichlich zwei Jahre her. Wer vorbeikommt, fragt sich, warum passiert nichts an dieser Baustelle? Während die Nachbarhäuser inzwischen instand gesetzt wurden, bleibt das Brandhaus selber weiter eine Ruine. Augenscheinlich haben die Eigentümer keine umfassenden Reparaturen eingeleitet. Nachbarn sind gennervt, schon vergangenes Jahr klagten sie über Feuchtigkeit und Kälte. Dass Tauben längst Nester bauen und wie anderswo zur Plage geworden sind, kommt dazu. Bei der Stadt liegt eine entsprechende Beschwerde vor.
Dass überhaupt etwas passiert und die Überreste des Hauses aus der Gründerzeit gesichert werden liegt am Rathaus. Die Pressestelle antwortet auf eine Anfrage: "Die Hansestadt Lüneburg ist bauordnungsrechtlich tätig geworden und hat im Wege der Ersatzvornahme die Sicherung des Gebäudes durch ein Gerüst mit Abdeckplane veranlasst. Die Konstruktion dient der Verkehrssicherung, der Abstützung gefährdeter Bauteile sowie dem Schutz vor eindringendem Niederschlagswasser und der Verwehung von Brandschutt."
Der Winter naht, die Nachbar dürften mit ähnlichen Problemen leben müssen wie in der Vergangenheit. Denn in der Verwaltung ist man sich klar, dass man nur begrenzt helfen kann: "Die bestehenden Sicherungsmaßnahmen dienen dazu, mögliche Gefahren für die angrenzenden Gebäude zu minimieren. Eine Auskühlung angrenzender Gebäudewände in den Wintermonaten kann dadurch allerdings nicht verhindert werden."
Aus Sicht der Verwaltung ist ihr Handlungsspielraum begrenzt, doch sie will weiter tätig werden: "Die Hansestadt hat bauordnungsrechtliche Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes ergriffen. Darüber hinaus werden derzeit weitere Maßnahmen vorbereitet. Sofern die Eigentümerpartei nicht selbst tätig wird, sind für das kommende Jahr weitere Ersatzvornahmen vorgesehen. Die Hansestadt wird damit auch weiterhin im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten aktiv auf die Beseitigung der bestehenden Missstände hinwirken."
Doch warum passiert nichts? Eine Versicherung dürfte mutmaßlich in das Verfahren eingebunden sein. Aus dem Rathaus heißt es dazu: "Zu den Hintergründen der bislang ausgebliebenen Wiederherstellung kann sich die Hansestadt nicht äußern. Ein konkreter Zeitpunkt für die Wiederherstellung des Gebäudes ist derzeit nicht bekannt." Carlo Eggeling
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