Lüneburg, am Montag den 02.11.2026

Drei verkaufsoffene Sonntage waren ein Flop für den Handel

von Carlo Eggeling am 02.11.2026


Vier verkaufsoffene Sonntag liefen in diesem Jahr in Lüneburg, drei davon lohnten sich nicht für den Lüneburger Handel. Ein Weiter so! soll es nicht geben. Die Lüneburger Händlergemeinschaft LCM tritt auf die Bremse, es müsse ein anderer Rahmen her. "Wir haben an diesen Tagen weniger Frequenz als an normalen Samstagen in den Läden, aber wir zahlen doppelten Lohn", ärgert sich Cornelius Schnabel. Der Schuhhändler und stellvertretende LCM-Vorsitzende sagt: "Wir legen Geld drauf." Also müsse über das Konzept nachgedacht werden.

Der Blaulichtsonntag sei der einzige, der sich gelohnt habe. Volle Stadt und Andrang in den Geschäften. Doch ansonsten sei die Verbindung etwa von Stadtfest oder Toggo-Tour mit offenen Ladentüren nicht aufgegangen, ist sich Schnabel mit LCM-Vorsitzendem Heiko Meyer einig. Wer mit seinen Kindern quasi auf einen riesigen Spielplatz gehe oder beim Stadtfest tanzen möchte, nimmt sich keinen Einkauf mit. Von den Wochenmarktbeschickern ist ähnliches zu hören -- keine kiloschwere Obsttüte für zu Hause.

Für 2027 seien zwar wieder vier verkaufsoffene Sonntage beantragt worden, sagen die beiden Handelsvertreter. Aber ob man alle nutze, sei noch offen. Auf dem Markt ist die Rede davon, drei könnten reichen. Meyer und Schnabel meinen, die jetzigen Vorgaben des Landes, eine große Veranstaltung mit einem Sonntag zu kombinieren, müssten überdacht werden. Tenor: Im Mittelpunkt müsse das Einkaufserlebnis stehen.

Dass sich mancher schon vor geraumer Zeit vom verkaufsoffenen Sonntag verabschiedet hat, ist bei einem Bummel durch die Straßen abseits der Hauptmeilen noch besser zu sehen -- dunkle Fenster. Es rechne sich nicht, ist zu hören.

Gitte Lansmann leitet die Lüneburg Marketing Gesellschaft. Sie sei "Auftragnehmerin" der LCM, sagt sie. Gebe es andere Aufträge setze sie die um. Sie ist sich einig mit Schnabel und Meyer, neue Ansätze zu entwickeln. Zum Beispiel ein "Heideblüten-Shopping".

Am Ende geht es um Geld. Denn neben dem eingeplanten Zuschuss ans Marketing -- die LCM ist einer der Gesellschafter -- fließt weiteres Geld zum Beispiel für Werbung etwa in Hamburg. Kein verkaufsoffener Sonntag, kein Werbeetat.

Die LCM hat steht auch unter Druck, angesichts der hohen Zahl von leerstehenden Geschäften in der Innenstadt fehlen Mitglieder und Einnahmen. Die Verantwortlichen wollen sich zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Immerhin sorgte der Blaulichtsonntag für einen Stimmungsaufheller. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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