Lüneburg, am Mittwoch den 24.06.2026

Drögennindorfs Bahnhofsbau geht ruck zuck

von IG Drögennindorf am 24.06.2026


Bahnhof Drögennindorf – Bahnsteigbau mit tatkräftiger Unterstützung aus der Politik

Seit dem Wochenende ist er wieder weg – der Bahnsteig mit der vermutlich kürzesten Bau- und Standzeit der Eisenbahngeschichte.
Als die SINON im September 2023 die konkreten Pläne für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung SOLTAU – LÜNEBURG bekanntmachte und entgegen voriger Versprechungen Drögennindorf als Haltepunkt nicht berücksichtigen wollte, gründete sich die „Interessengemeinschaft Bahnhof Drögennindorf“, um die Bürger aus u. a. Drögennindorf, Betzendorf und Tellmer zu vertreten. Selbst Olaf Lies, damals noch Minister, konnten die Drögennindorfer im Februar 2025 an ihrem alten und zukünftigen Bahnhof begrüßen. Bei dieser Gelegenheit sagte er zu, dass der Bahnhof kommen würde, konnte aber keinen Termin versprechen.
Zum 3. Sommerfest rief die IG Bahnhof Drögennindorf nun unter dem Motto „Wir bauen unseren Bahnsteig selber!“ Nach der Begrüßung und Einweisung wurde in einer rekordverdächtigen Bauzeit von ca. 25 Minuten der provisorische Bahnsteig aus Paletten, OSB-Platten, Dachlatten und zahlreichen Schrauben erstellt. Erfreulicherweise packten neben den Bürgern und den Kommunalpolitikern auch Vertreter aus der Landes- und Bundespolitik kräftig mit an: Jakob Blankenburg MdB (SPD) und Philipp Meyn MdL (SPD) schleppten nicht nur Paletten und OSB-Platten und schraubten Geländer zusammen, sondern befestigten auch zum Abschluss der Baumaßnahme das Bahnhofsschild.
Nachdem der 6jährige Junior-Bauleiter nach eingehender Inspektion verkündete „Der Bahnsteig ist freigegeben!“, brandete Jubel auf und alle trafen sich zum Gruppenfoto auf dem neuen Bahnsteig, der diese Belastungsprobe zwar nicht verformungsfrei, aber problemlos überstand.
Im Anschluss versammelten sich noch einmal die Vertreter der Parteien auf dem Bahnsteig und versicherten ihre Unterstützung für das Projekt. Vertreten waren neben den bereits genannten noch Winfried Geppert (WGZ), Bürgermeister der Gemeinde Drögennindorf, André Schuler, Landratskandidat der SPD sowie von den Grünen Torsten Franz (Landratskandidat), Peggy Hasselmann, Dorrit Porter und Andrea Glass.
Danach konnte man am von Kindern gestalteten Fahrkartenschalter noch Fahrscheine mit Tagesstempel erwerben oder sich Stärkung bei den wackeren Grillmeistern holen.
Der Bahnhof Drögennindorf ist nach Ansicht der Interessengemeinschaft nur ein erster Baustein für eine zukünftige Regio-S-Bahn im Raum Lüneburg, die den umliegenden ländlichen Raum mit der Kreisstadt verbinden und die schwierige Verkehrs- und Parksituation in der Stadt langfristig entschärfen soll. Gefordert wird die Mobilitätswende, die seitens der Politik immer versprochen wird – und nicht eine schnelle Parallelverbindung der Metropolen Hannover - Hamburg.
Wenn die Politik dieses Ziel der Mobilitätswende für den ländlichen Raum verfolgt und die SINON dennoch von der Landesnahverkehrsgesellschaft nicht die entsprechenden Vorgaben bekommt, stellt sich für den Bürger die Frage, wer hier der Koch und wer der Kellner ist. Eine solche langandauernde Situation wird für Politikverdrossenheit sorgen.
Nach zwei Wochen Standzeit wurde der Bahnsteig in ebensolcher Rekordzeit wieder abgebaut. An diesem Maßstab gemessen hätte die SINON noch ausreichend Zeit, auch für Drögennindorf einen Hundertwasser-Bahnhof zu errichten – oder größer…
Der Bahnsteig ist weg, aber die Forderung bleibt: Bahnhof Drögennindorf jetzt!

Text: IG Bahnhof Drögennindorf 22.06.2026
https://drei-minuten.info

Unterstützung aus der Politik:
Von li.: Andrea Glass, Dorrit Porter, Peggy Hasselmann, Torsten Franz (alle Die Grünen);
André Schuler, Philipp Meyn MdL, Jakob Blankenburg MdB (alle SPD)
Bürgermeister Winfried Geppert (WGZ)

© Fotos: IG


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook