Lüneburg, am Samstag den 05.09.2026

Ein Mann für alle Fälle — Heiko Meyer will Oberbürgermeister werden

von Winfried Machel am 04.09.2026


ANZEIGE: Er ist Heiko, der Mann, den jeder kennt, den man anschnackt, wenn etwas besser laufen könnte. Den jeder im Handel kennt, weil er seit mehr als zwei Jahrzehnten die Handelsorganisation LCM leitet.
Den die Handwerker kennen, weil er ein Unternehmen leitet.
Den man in der Politik kennt, weil er sie lange begleitet und im Rat saß.
Den man kennt, weil er in Vereinen, bei Festen, in der Stadt zu Hause ist.

Jetzt will Heiko Meyer Oberbürgermeister in Lüneburg werden. "Einer von uns lautet sein Slogan." Das lebt er. "Ich bin parteilos, unabhängig, ich kann entscheiden, wofür ich stehe", sagt er. Er wolle Politik aus "der Mitte der Stadt machen". Das gehe mit wechselnden Mehrheiten im Stadtrat. Als Verwaltungschef wolle er für seine Anliegen Überzeugungsarbeit leisten: "Ich gehe das an, ich bin ein Macher." In den vergangenen fünf Jahren hätten wir Politik für eine bestimmte Klientel erlebt sagt er in Richtung der Claudai Kalisch von den Grünen. "Wir brauchen aber eine Politik für alle, wir brauchen Veränderung.
Ich will mit allen demokratischen Fraktionen zusammenarbeiten und zwar wirklich transparent und miteinander. Das braucht Mut, den habe ich." Bei sozialen und ökologischen Themen sieht er die gemeinsamen Punkte eher im linken und grünen Lager, bei Themen der Wirtschaft eher im bürgerlichen.
Wie will er die zusammenbringen? "Das Leben besteht aus Kompromissen, die müssen wir finden", sagt der Familienvater zweier Söhne. Er wolle so lange verhandeln, bis man eine Lösung habe, die Leitlinie: "Es geht um das Wohl Lüneburgs. Wir müssen weg von ideologischer Absolutheit."

Ein drängendes Thema sei die Innenstadt, der Leerstand, dem er mit mehr Attraktivität entgegentreten möchte. Dazu zählt auch die Sicherheit: "Was bisher passiert, reicht nicht. Gerade Am Berge und im Wasserviertel müssen wir handeln." Mehr Kontrollen auch zu später Stunde, dazu ein Angebot für die Szene. Gleichwohl müsse man auch sehen, dass Lüneburg viele anlocke, die aus Hamburg an die Ilmenau kommen. Er will Lösungen entwickeln, um dem entgegen zu treten. Wichtig sei es, jungen Leuten ein Angebot zu machen.
Da sieht er sich im Wort bei den 3500 Erstwählern, die er angeschrieben hat. "Es fehlt eine Disco, ein Treffpunkt, wie in unserer Jugend", sagt der 57-Jährige.
Eine Idee: Das Vamos auf dem Uni-Campus wieder beleben. Die Hochschule nutze das Gebäude nur als Lager. Zudem müsse man auf Vorschriften gucken, die seien zum Teil zu kompliziert, dass Interessenten zurückschrecken, wenn sie ein Lokal eröffnen wollen.

Wohnen ist das nächste Thema. Um günstiger zu bauen, gelte es auch hier, Vorschriften zu entrümpeln. Vor allem müsse man die Lüneburger in den Blick nehmen, in der Vergangenheit sei viel für Hamburger gebaut worden, für die sei das teure Lüneburg günstig: "Ich bin offen für Ideen."

Die Stadt werde älter, das müsse bei Mobilität, beim Parken und beim betreuten Wohnen mitgedacht werden. Ein Strauß von Ideen, ein Strauß von Aufgaben. "Da will ich Schwerpunkte setzen, daran arbeiten -- gemeinsam mit dem Rat."

In Richtung Verwaltung sagt er: "Ich kenne viele dort, viele tolle Leute, mit denen man zusammenarbeitet." Allerdings sieht er da auch Veränderungen, was selbstverständlich sei, wenn es um neue Schwerpunkte geht. Potentiale erkennt er unter anderem in der Digitalisierung, die komme dem Bürger zugute. Bei allen Herausforderungen und dem Mut, neue Wege zu gehen, geht es um mehr Miteinander, dass in den vergangenen Jahren weniger geworden sei.

Sein Motto: "Leben und leben lassen." Das ist die Übersetzung von: "Ich bin einer von Euch."

© Fotos: Heiko Meyer


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