Eine Schönheit an der Ilmenau
von Carlo Eggeling am 19.09.2026Es ist einer der schönste Ausblicke der Stadt: aus der Villy Heyn auf Ilmenau, Wasserturm und St. Johannis. Künftig können Gäste dieses Ambiente in der 1894/95 gebauten Schönheit genießen, die Betreiber des Hotel Wyndberg haben die den unteren Teil des Ensembles übernommen. Wer mag, kann sich dort bei einer Firmen- oder Familienfeier bewirten lassen. Der angebaute Kubus verspricht schöne Aussichten.
Wie berichtet, hat das Lüneburger Immobilienunternehmen Sallier die Villa von der Stadt gekauft. In den vergangenen Jahren hat die Familie das Gebäude saniert und restauriert. Akzente setzen viele Kleinigkeiten von Stuckverzierungen, einem Mosaik in der Eingangshalle und einer mit Schnitzereien verzierten Holztreppe. Noch sind außen nicht alle Arbeiten abgeschlossen, doch einen Eindruck kann man schon jetzt gewinnen.
Marc Blancke, Christopher Weckler und Nils Dill betreiben das Wyndberg an der Egersdorffstraße. Parallel zu den Hotelzimmern bieten sie auch Ferienwohnungen an. Zwei weitere nun in der Villa an der Altenbrückertorstraße. "Als wir die Räume gesehen haben, haben wir mit Jürgen Sallier gesprochen, ob wir die untere Etage übernehmen können", berichtet Blancke. Für das Trio sind die Räume eine ideale Ergänzung.
Am Haupthaus haben sie zu wenig Platz, um ausreichende Konferenzräume anzubieten. Insofern bietet der zusätzliche Standort neue Möglichkeiten für unterschiedlich große Gruppen. Zudem laden der Kubus und ein zusätzlicher Saal ein, um mit bis zu 60 Personen zu tafeln. Das kann eine Familienfeier sein, doch auch Lesungen und kleine Konzerte sind denkbar. Das Trio kann sich in Zusammenarbeit mit Lüneburg ein Krimi-Dinner vorstellen.
Die Küche des Wyndberg ist in das Konzept eingebunden, sie soll für die Villa sozusagen zuliefern, den letzten Schliff bekommen Gerichte und Buffets dann an der Ilmenau. Ist der Garten unter der 300 Jahre alten Rotbuche hergerichtet, soll er zum einem Treffpunkt werden. Der beliebte Weihnachtsmarkt direkt am Wyndberg erhält eine kleine Schwester, am Wochenende sollen Glühwein und Kulinarisches schmecken.
In der Vergangenheit gab es Kritik, weil ein Wintergarten am Gebäude abgerissen wurde und stattdessen der lichte Kubus als bewusster architektonischer Kontrapunkt entstand. Das ist Ansichtssache. Meine Sicht: Die Arbeiten sind ein Gewinn für Lüneburg. Das ehemalige Kinderheim, das die Stadt seit 1949 betrieben hatte, war reichlich abgewetzt. Jetzt bereichert es das Entrée zur Innenstadt mit Ilmenau, Ratsmühle und Museum. Und Lüneburger können es nutzen, wenn sie feiern wollen. Carlo Eggeling
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