Ende 2028 fährt der Salzexpress nach Soltau
von Carlo Eggeling am 20.08.2026Erixx fährt ab Ende 2028 neuen „Salzexpress“ zwischen Lüneburg und Soltau
Im Dezember 2028 soll die neue Bahnverbindung Lüneburg – Soltau in Betrieb gehen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat den Zuschlag für die Strecke jetzt der erixx GmbH erteilt. Auf der Linie RB 39 werden Triebzüge im 1-Stunden-Takt unterwegs sein.
• Sechs Stationen entlang der Strecke
• Ab voraussichtlich 2033 rollen Akku-Züge
• 3.000 Fahrgäste pro Tag prognostiziert
Hannover, den 20. August 2026. Die erixx GmbH wird die neue Bahnverbindung zwischen Lüneburg und Soltau fahren. „Wir freuen uns über den Start der neuen Verbindung, rund 3.000 Fahrgäste pro Tag bekommen hier ein attraktives Angebot. Wir wünschen erixx allzeit gute Fahrt“, sagt Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung. Das Unternehmen hat sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen zwei weitere Bewerber durchgesetzt. Der Vertrag beginnt im Dezember 2028 und endet im Dezember 2033. Eine Verlängerung um bis zu zwei Jahre ist möglich.
Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Der „Salzexpress“ ist ein gelungener Vorreiter für unsere SPNV-Reaktivierungsoffensive in Niedersachsen. Mein herzlicher Dank geht an alle Beteiligten, insbesondere an das Eisenbahninfrastrukturunternehmen SinON und die Landesnahverkehrsgesellschaft LNVG für die zielstrebige Planung. Ebenso danke ich den Kommunen und weiteren Akteuren vor Ort, deren Engagement für wichtige Mobilitätsprojekte unverzichtbar ist.“
Bahngesellschaft stellt zunächst Fahrzeuge bereit
Auf der Verbindung mit dem Arbeitstitel „Salzexpress“ werden pro Tag 13-18 Züge in beiden Richtungen fahren. Haltepunkte zwischen Lüneburg und Soltau werden Lüneburg Universität, Rettmer, Melbeck-Embsen, Amelinghausen, Soderstorf und Bispingen. Für die Strecke werden die Züge rund 50 Minuten brauchen. Die Fahrzeuge muss die Bahngesellschaft selbst bereitstellen – und sie ist auch für die komplette Instandhaltung verantwortlich. Da die Strecke bislang nicht elektrifiziert ist, wird es sich um Fahrzeuge mit Dieselantrieb handeln. Pro Jahr sollen auf der Strecke rund 690.000 Zugkilometer gefahren werden.
Für neue Akku-Züge wird Oberleitungsinsel in Soltau gebaut
Ab 2033 will die LNVG auf der RB 39 neue Züge mit Akku-Antrieb einsetzen. Diese elektrischen Fahrzeuge sind leiser und vor allem spurtstärker als Diesel, das erhöht die Chance, Verspätungen wieder auszugleichen. Für die neuen Fahrzeuge wird die RB 39 dann mit der RB 37 (Bremen – Soltau – Uelzen) und RB 38 (Hannover – Soltau – Hamburg-Harburg) in einem Netz („Heidekreuz“) gebündelt. Damit die Akku-Züge rollen können, muss unter anderem in Soltau noch eine sog. - 2 -
Oberleitungsinsel gebaut werden. Die Züge können dort während der Wendezeit ihre Akkus nachladen.
Die Bahnstrecke gehört der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH (SInON), dort sind derzeit bereits Güter- und Museumszüge unterwegs.
Erläuterung: So funktionieren Vergabeverfahren
Um Betreiber für Bahnstrecken im Nahverkehr zu finden, sind nach gesetzlichen Vorgaben europaweite Ausschreibungen durchzuführen. Dabei legt die LNVG hohe Anforderungen fest, die die Bahnunternehmen akzeptieren müssen, wenn sie den Auftrag erhalten wollen. Den Zuschlag erhält das Unternehmen, das für die geforderten Standards – und mögliche Zusatzqualitäten – das beste Preis-Leistung-Verhältnis anbietet.
Um sich überhaupt bewerben zu können, müssen die Unternehmen nachweisen, vergleichbare Netze bereits betrieben zu haben. Auch muss nachgewiesen werden, dass das Unternehmen über die nötige fachliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für den Betrieb verfügt.
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