Lüneburg, am Dienstag den 14.04.2026

Erinnern ohne Zeug*innenschaft - Ausstellung an der Leuphana

von Leuphana am 14.04.2026


Wie kann Erinnerung gestaltet werden, wenn es zunehmend weniger Zeitzeug*innen gibt, die aus erster Hand über den Holocaust und die Zeit des Nationalsozialismus berichten können? In der sogenannten „Post-Witness Era“ gewinnen neue mediale, künstlerische und räumliche Formen des Erinnerns an Bedeutung. Eine bislang oft unterschätzte Rolle spielt dabei der Klang: Geräusche, Stimmen und Musik prägen unsere Wahrnehmung von Räumen.

Damit beschäftigte sich das Forschungsprojekt „Musikalische und klangliche Erinnerungsräume in der Post-Witness Era: Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus in Niedersachsen“ von Prof. Dr. Monika Schoop und Dr. Thomas Sebastian Köhn. Zum Abschluss des Projektes sind alle Interessierten herzlich zum Besuch einer multimedialen Galerie eingeladen, in der Besucher*innen unterschiedliche Formate klanglicher Erinnerung erkunden können.

Die Veranstaltung findet am 23. April 2026 von 12:30 bis 16:00 Uhr im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg statt. Der Eintritt ist frei.

Präsentiert werden unter anderem Ergebnisse aus Höranalysen, studentische Soundproduktionen, experimentelle Audioguides und Podcasts. Darüber hinaus werden künstlerische Arbeiten vorgestellt: So gibt Inge Mandos, Sängerin des Ensembles WAKS, Einblicke in ihre musikalische Arbeit mit historischen Aufnahmen von Zeitzeug*innenstimmen. Der multimediale Künstler Christoph Dahlberg präsentiert Sound Art, die Elemente von Ambient und Noise mit Erinnerungsarbeit verbindet.

Shaun Hermel, Historiker und stellvertretender Leiter der Gedenkstätte Hannover-Ahlem, berichtet aus der Kooperation mit dem Forschungsprojekt und gibt Einblicke in die Erprobung studentischer Arbeiten vor Ort sowie in daraus resultierende Potenziale und Herausforderungen. Auch ein im Projekt entstandener Sammelband, der im Herbst 2026 erscheint, wird vorgestellt und zeigt exemplarisch die Bandbreite künstlerischer und wissenschaftlicher Zugänge zur auditiven Erinnerungskultur.

© Fotos: Leuphana


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