Lüneburg, am Sonntag den 27.11.2022

Es wird laut — zur Sicherheit

von Carlo Eggeling am 20.11.2022


Wenn die Sirenen heulen, bedeutet das meist nichts Gutes, anders soll dieses am 08. Dezember um 11.00 Uhr sein.

Denn dann ist der Warntag in Deutschland. An diesem Tag werden neben den Sirenen auch die verschiedenen Warnkanäle getestet, die am Modularen Warnsystem (MoWas) angeschlossen sind: Warn-Apps, Anzeigetafeln, Internet, Radio und Fernsehen.

Der erste deutsche Warntag fand am 10. September 2020 statt: Dieser zeigte diverse Schwachstellen innerhalb der Warneinrichtungen und -systeme. Es wurde festgestellt, dass große Gebiete schlecht oder gar nicht mehr mit Sirenen ausgestattet waren, dass die Funknetze überlastet waren und die Bevölkerung zum Teil nicht wusste, warum die Sirenen heulten und was man im Ernstfall hätte tun sollen.

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass funktionierende Warneinrichtungen unbedingt erforderlich sind, sei es die Katastrophe im Ahrtal oder der Krieg in der Ukraine.

Aus dem Warntag 2020 und dem Hochwassergeschehen im Ahrtal wurde viele Erkenntnisse gewonnen - eine davon ist die gezielte Warnung der Bevölkerung. In vielen Regionen wurden die Sirenen wiederaufgebaut oder durch modernere ersetzt.

Dennoch stellte sich die Frage - reichen Sirenen und Warn-Apps aus? Nicht jeder Bundesbürger hat eine der Warn-Apps (NINA, KATWARN oder BIWAPP) auf seinem Smartphone installiert und Sirenen können im Allgemeinen nur heulen.

Deshalb soll dieses Mal bei vielen Bundesbürger zusätzlich das Handy klingeln. Geplanterweise findet der Warntag jährlich am zweiten Donnerstag im September statt, dieses Mal musste er verschoben werden, da ein neues Warnsystem zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsatzbereit war. Das „Cell Broadcast“ wird am 08. Dezember zum ersten Mal im großen Stil getestet, hierbei können Nachrichten als Push-Up Meldung (die wie eine SMS-Nachricht aussieht) auf Smartphones und Handys gespielt werden, die sich im Bereich von definierten „Funkzellen“ aufhalten.

Somit wäre es im Ernstfall möglich, ein Gebiet gezielt mittels Warnnachrichten zu versorgen, da nur die Smartphones und Handys die Information erhalten, die sich im Umkreis der „Funkzelle“ aufhalten und dieses unabhängig von vorhandenen Warn-Apps.

Diese neue Übertragung von Warnmeldungen kann aber nur als eine zusätzliche ergänzende Möglichkeit der Bevölkerungswarnung verstanden werden. Sie wird weder die Sirenen ersetzen, noch werden die Warn-Apps überflüssig, da diese viel weitreichendere Informationen liefern, als es eine einzelne Push-Up Nachricht kann.


Zur Erinnerung:
Bei den Warnsignalen der Sirenen bedeutet ein langer Dauerton Entwarnung, ein dreimal unterbrochener Dauerton heißt Feueralarm und besonders wichtig ist der auf- und abschwellende Heulton, dieser warnt vor einer drohenden Gefahr. Dann soll man alle verfügbaren Medien einschalten (Rundfunk, TV, etc.) und auf Durchsagen und Informationen achten.
Kreisfeuerwehrsprecher Andreas Bahr berichtet.

© Fotos: Pixabay


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