Lüneburg, am Mittwoch den 30.09.2026

Fahrrad-Klau grassiert

von Carlo Eggeling am 30.09.2026


In der Nacht zu Dienstag verschwand Vor dem Neuen Tore ein Winora-Rad, geschätzter Schaden rund 3000 Euro. Täglich grassiert der Fahrrad-Klau in der Region, vor allem in der Stadt. Und er nimmt wieder zu. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 737 gestohlene Velos in Stadt und Kreis. In den ersten drei Quartalen 2026 kamen mehr 800 Räder weg, es dürften bis Jahresende also noch weitere Vehikel unfreiwillig den Besitzer wechseln.

Polizeisprecher Kai Richter beklagt den Anstieg zwar, doch er sagt auch, dass der Wert in 2025 vergleichsweise niedrig lag, denn in 2024 nahmen die Beamten knapp 1200 Taten auf. Auch in den Jahren zuvor lagen die Zahlen hoch.

Zu den größten Tatorten gehören die Anlagen am Bahnhof. Auf Mitarbeiter des Radspeichers wirkt es so, als ob manche Diebe die Stationen wie einen Selbstbedienungsladen empfinden: Fahrräder oder auch nur Teile würden alle Nase lang gestohlen. Immer wieder sehen sie auf den Videoaufzeichnungen beispielsweise einen 16-Jährigen. Die Monteure erwischen den Jugendlichen ab und an auf frischer Tat bei seinem "Handwerk". Ausgestattet mit einem sogenannten Multi-Tool als "Schlüssel".

Der Dauerkunde der Polizei landet im Gewahrsam, erzählen sie sich am Bahnhof: "Aber der ist nach zwei Stunden wieder da und versucht es erneut." Die Ermittler können -- wie in ähnlichen Fällen -- nur sammeln. Für einen Fahrraddiebstahl geht man nicht in Haft, das Delikt ist zu gering. Also müssen die Beamten genügend Taten zusammentragen und dokumentieren, damit die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Der 16-Jährige soll inzwischen so einiges auf der Latte haben, sodass es bals für einen Termin im Amtsgericht reichen könnte. Fährt er ein, dürfte die Zahl der Diebstähle wieder sinken. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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