Lüneburg, am Dienstag den 07.07.2026

Fortschritte beim Lungenkrebs-Screening

von Gesundheitsholding Lüneburg GmbH am 07.07.2026


Klinikum baut Früherkennungsnetzwerk für Nordostniedersachsen auf

Lüneburg, 7. Juli 2026 – Auf dem Weg zu einem flächendeckenden Lungenkrebs-Screening in der Region gibt es weitere Fortschritte. Das Klinikum Lüneburg etabliert derzeit gemeinsam mit radiologischen Partnerpraxen und dem Ambulanzzentrum Radiologie am Klinikum ein Früherkennungsprogramm für Nordostniedersachsen. „Ausgerichtet ist das Screening auf aktuelle und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Wir wissen, dass das Rauchen der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs ist“, so Prof. Thomas Rodt, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Lüneburg.

Das Lungenkrebs-Screening ist seit dem 1. April 2026 eine neue Früherkennungsleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Bis Radiologen und Hausärzte diese Leistung anbieten und abrechnen können, sind allerdings mehrere Fortbildungen und Zulassungen erforderlich. „Wir gehören tatsächlich zu den ersten Häusern deutschlandweit, die die Zulassung für die Zweitbefundung bereits erhalten haben“, berichtet Undine Wendland, Verwaltungsdirektorin des Klinikums. „Einige radiologische Partnerpraxen, mit denen wir kooperieren werden, warten noch auf ihre Zulassung und rechnen damit voraussichtlich im August.“

Der Weg ins Screening führt zuerst über die Hausarztpraxis: Sie überweist in eine zugelassene Radiologie zur Erstbefundung. Bei einem auffälligen Befund erfolgt eine Zweitbeurteilung der Bilder in einem auf die Behandlung von Lungenkrebs spezialisierten Zentrum wie dem Klinikum Lüneburg. „Über die letzten Jahre haben sich insbesondere die minimalinvasive Thoraxchirurgie und Roboterchirurgie der Lunge stark weiterentwickelt. Dadurch können früh entdeckte Tumoren mit passenden, schonenden und wenig belastenden OP-Techniken durch die chirurgischen Kolleginnen und Kollegen entfernt werden“, so Rodt.

Er und sein Team haben bereits langjährige Erfahrung mit der sogenannten Low-Dose-CT, einer Früherkennungsuntersuchung mit sehr niedriger Strahlenbelastung. Nur wenige Sekunden dauert diese Untersuchung im Computertomographen (CT), es schließt sich eine visuelle und computergestützte Analyse an. „Wenn wir einen Tumor in einem frühen Stadium erkennen, haben die Patienten sehr gute Chancen, den Krebs dauerhaft zu besiegen und wieder ganz gesund zu werden“, so Rodt. „Ein Screening-Programm ist genau der richtige Weg, um mehr Tumoren früher zu erkennen.“ Patienten mit Symptomen wie Husten und Abgeschlagenheit, insbesondere aber auch ehemalige Raucher, die nicht in die eng gefassten Screeningkriterien fallen, sollten sich von ihrem Hausarzt oder Internisten beraten lassen, ob eine Low-Dose-CT für sie ebenfalls sinnvoll ist.



© Fotos: Andreas Tamme


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