Foulspiel? — Marei Karge soll nicht mehr mitmachen
von Carlo Eggeling am 10.08.2026Ende Februar war es zu und zu schön, der Dahlenburger SK freute sich in einer Pressemitteilung, dass rund 100 Mitglieder gekommen waren, um einen neuen Vorstand zu wählen, das Trio Marei Karge, Stefan Eggerstedt und Hartmut Hacker liefen auf den Platz. Samtgemeindebürgermeisterin Uta Kraake bilanzierte: "Wir freuen uns über einen gut aufgestellten Verein, der nicht nur ein breites Sportangebot bereithält, sondern auch wichtige Integrationsarbeit leistet und generationsübergreifende gesellschaftliche Aufgaben erfüllt." Doch aus der Sektlaune in der Kabine scheint ein gehöriger Kater gewachsen zu sein. Der Vereinsvorstand hat eine Einladung für Mittwoch, 19. August, herausgegeben. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Abwahl von Marei Karge.
Die Rede ist von gegenseitigen Fouls, die Mitglieder sollen Schiedsrichter sein für einen möglichen Abpfiff vor dem eigentlichen Spielende. Ob es so kommt? Vielleicht klärt sich das in der Sitzung. Der ehemalige Bundestrainer Sepp Herberger wusste: "Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten." Das ist mal ein Zeitrahmen.
Wo rollt der Ball? In der Einladung ist kein Grund erwähnt, in der Landeszeitung kommt heute lediglich eine Seite zu Wort. Hacker und Eggerstedt wollen Marei Karge die rote Karte zeigen. Zitat: "Die Zusammenarbeit innerhalb des dreiköpfigen Gremiums gestaltete sich von Beginn an schwierig. So sei die Verwaltungs- und Organisations-Arbeit nicht gerecht verteilt gewesen, es habe Kommunikationsprobleme gegeben. Auch zwischenmenschlich habe es nicht funktioniert".
Zu Marei Karge hat der LZ-Kollege den Ball offenbar nicht gekickt -- ihre Stellungnahme ist in dem Beitrag nicht zu finden, obwohl zum Fairplay gehören würde, beide Seiten zu hören.
Ein Schuss zu Frau Karge, die sagt: Die beiden Herren hätten ihr nicht konkret eröffnet, was die Gründe für ihre geplante Abberufung seien. Sie seien vor rund zwei Wochen bei ihr gewesen, um sie aufzufordern zurückzutreten. Das habe sie abgelehnt. Das bestätigt Hacker auf Nachfrage.
Der Spielzettel für das Treffen im Vereinsheim weist Ungereimtheiten auf. Auf der Einladung steht der Name Karge, die sagt, sie habe keine Freigabe dafür erteilt und habe es nicht gewollt. Co-Vereinschef Hacker erläutert sein Regelwerk: Die umstrittene Co-Vorsitzende Kage zähle zum Vorstand, dann gehöre ihr Name unter die Einladung. Ohne ihr Wissen? Ja, als Teil des Vorstands. Hätte man nicht trotzdem ihr Einverständnis gebraucht, schließlich wirkt es nun so, als ob sie ihrer Abwahl zustimme? Nein, alles habe seine Richtigkeit, kein Fehlschuss.
Ansonsten sei alles gesagt, findet Hartmut Hacker. Es handle sich um "interne Geschichten". Bei einem Verein mit 700 Mitgliedern? Selbstverständlich.
Marei Karge ist nicht die einzige, die es anders sieht. Es scheint in und um Dahlenburg eine Mannschaft zu geben, die mit dem üblichen Turnierablauf im Osten des Landkreises nicht einverstanden wirkt. Es melden sich mehrfach Akteure bei LA, die die anderen Akteure anzählen und ihnen den Ball abnehmen wollen. Nicht nur Kritik an der parteiübergreifenden Rathaus-Koalition und dem Gebaren rund um den Kindergarten Tosterglope sowie einem Streit mit dem Personalrat vor dem Verwaltungsgericht, nun auch beim DSK.
Das sei deshalb erwähnt, da Marei Karge bei der Wahl zur Samtgemeindebürgermeisterin gegen Amtsinhaberin Kraake antritt.
Marei Karge betont, sie weise die Vorwürfe mangelnden sportlichen Einsatzes zurück, sie sei öfter im Ballbesitz als ihre beiden Gegenspieler, sie habe neue Ideen mitgebracht, engagiere sich für mehr Sparten im DSK als das Duo. Während die Leistung die Kritiker am Spielfeldrand beurteilen müssen, gibt sie noch einen Hinweis zu den Regeln. Die Doppelspitze Hacker und Eggerstedt teile mit, an der Versammlung dürften nur Vereinsmitglieder teilnehmen, alle von 16 Jahren an seien stimmberechtigt. Vorstandsfrau Karge hingegen sagt, abstimmen dürfe auch ein Elternteil für Kinder unter 16 Jahren. Das stehe eindeutig unter Punkt 9 der Satzung.
Diese Fragen dürfte die Schiri-Truppe sicher bereits vorher klären, etwa mit dem Kreissportbund, den man bislang als Mediator bei den strittigen Stellungsfragen vermisst. Carlo Eggeling
Die Versammlung beginnt am Mittwoch, 19. August, um 19 Uhr im Bürger- und Kulturhaus, Im Dorn.
Das Foto zeigt Marei Karge, Stefan Eggerstedt und Hartmut Hacker. Der DSK hatte es nach der Mitgliederversammlung im Februar veröffentlicht.
Kommentare
am 11.08.2026 um 10:39:27 Uhr
Die Satzung besagt lediglich: „Für natürliche Personen unter 16 Jahren wird das Stimmrecht des Mitgliedes durch einen Sorgeberechtigten ausgeübt.“
Da das Stimmrecht des Kindes also durch den Sorgeberechtigten ausgeübt wird, ist die Anwesenheit des Kindes rechtlich gesehen nicht zwingend erforderlich, sofern der Sorgeberechtigte die Mitgliedschaft des Kindes nachweisen kann.
Ein paar wichtige Punkte dazu:
* Keine schriftliche Vertretung: Der Satz „Bei Abwesenheit ist eine schriftliche Stimmabgabe unzulässig“ bezieht sich darauf, dass man nicht einfach einen Brief oder eine Mail mit einer Stimme schicken darf, wenn man selbst nicht zur Versammlung kommt. Das hat nichts mit der Anwesenheit des Kindes zu tun, sondern mit deiner eigenen Anwesenheit als Sorgeberechtigter.
* Auslegung durch den Vorstand: Da Vereine ihre Satzungen manchmal unterschiedlich interpretieren, könnte der Vorstand behaupten, dass das Kind anwesend sein müsste. Das steht so aber nicht in dem Text, den du mir gegeben hast.
* Empfehlung: Falls der Vorstand versucht, dir das Stimmrecht für dein Kind zu verweigern, weil das Kind nicht dabei ist, verweise höflich auf § 12 b) der Satzung. Dort steht, dass das Stimmrecht durch den Sorgeberechtigten ausgeübt wird – eine Bedingung zur Anwesenheit des Kindes ist dort nicht aufgeführt.
Du kannst also argumentieren, dass du als Sorgeberechtigter das Stimmrecht deines Kindes wahrnimmst, genau wie du auch sonst rechtliche Angelegenheiten für dein minderjähriges Kind regelst.
Die Satzung kann auf der Seite des DSK eingesehen werden.
Als Mutter finde ich es sehr fragwürdig das diese Versammlung mitten in der Woche stattfindet wenn am nächsten Tag Schule ist. In dem Verein gibt es unheimlich viele Kinder und Jugendliche die ebenfalls zahlende Mitglieder sind und deren Meinung zählen sollte da sie regelmäßig aktiv am Vereinssport teilnehmen.
am 11.08.2026 um 13:28:09 Uhr
Wenn eine Vereinsvorsitzende kurz vor oder während ihres Bürgermeisterwahlkampfes mit einem Abwahlantrag konfrontiert wird, liegt zumindest die Frage nahe, ob ausschließlich vereinsinterne Gründe dahinterstehen oder ob möglicherweise auch andere Interessen eine Rolle spielen.
Ein Abwahlantrag ist kein Instrument, um persönliche Auseinandersetzungen auszutragen oder eine Kandidatin politisch zu beschädigen. Wer ein solches Verfahren einleitet, sollte deshalb bereit sein, seine Vorwürfe sachlich zu begründen und sich einer transparenten Diskussion zu stellen.
Dieser Vorgang hinterlässt bei mir ein gewaltiges "Geschmäckle"
am 11.08.2026 um 14:04:25 Uhr
Weiterhin heißt es: „Der Vorstand besteht aus a) den drei Vorstandsmitgliedern und b) dem Jugendwart.“ Frau Marei Karge bekleidet allerdings zwei der vier Posten, was einem Respekt abverlangt. Sie ist Vorstandsmitglied und Jugendwartin. Was der Bedeutung des vorstehenden Kommentars eine gewisse Brisanz gibt. Aus meiner Sicht ist es sehr fragwürdig, ob diese Versammlung überhaupt satzungskonform ist. Auch muss man sich fragen, ob demokratische Prozesse ausgehebelt werden, um die Demokratie von unten nach oben (so die Satzung) ad absurdum zu führen? Parallelen zur aktuellen Entwicklung in Deutschland und Niedersachsen sind durchaus gewollt.
Als Gründe wurden Kommunikationsprobleme, eine ungerechte Verteilung der Verwaltungs- und Organisationsarbeit und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme sowie zwischenmenschliche Probleme genannt. Mit Verlaub: Genau das ist der Job! Und genau dafür genießt der Vorstand das Vorab-Vertrauen der Mitglieder. Wenn gestandene Männer mit einer entsprechenden Vita und Personalverantwortung über diese sozialen Kompetenzen nicht verfügen, sei die Frage gestattet, wer ersetzt werden sollte.
Als Vereinsmitglied kann man sich nur wünschen, Innovationen und Visionen zu erörtern, um aktuelle Probleme wie Überalterung, Mitgliederschwund und Kostenkontrolle zu lösen.
Egal, was diese Posse noch hervorbringt. Der mediale Schaden für Dahlenburg und den DSK ist bereits da.
am 12.08.2026 um 07:15:03 Uhr
Ein Blick hinter die Kulissen wirft ganz stark die Frage auf „ob das alles so richtig sein kann“!?
Ich hoffe inständig, dass am Ende die Demokratie gewinnt und hier in der SG endlich wieder „Normalität“ herrscht.
am 12.08.2026 um 10:46:24 Uhr
Bleibt zu hoffen, dass wegen der Ausgewogenheit die LZ auch Marei Karge zu Wort kommen lässt. Was immer auch noch geschehen mag. Die Reputationen des DSK und der Samtgemeinde Dahlenburg haben erheblichen Schaden genommen.
Wie groß muss die Angst der amtierenden Verwaltungschefin vor ihrer Abwahl als SG-Bürgermeisterin sein?
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