Lüneburg, am Montag den 27.07.2026

Gefährder leben auch in der Region

von Carlo Eggeling am 27.07.2026


Der Attentäter von Berlin galt den Ermittlungsbehörden als sogenannter Gefährder. Laut Polizeidirektion Lüneburg beziffert man ihre Zahl in Niedersachsen auf einen "mittleren zweistelligen Bereich". Konkreter will Sprecher Laurits Penske nicht werden. Unter der Hand heißt es aus Polizeikreisen, selbstverständlich gebe es allein durch die Nähe zu Hamburg in der Region auch Personen, die in diese Kategorie fallen.

Das Bundeskriminalamt definiert den Begriff rechtlich so: Es gehe um Männer und Frauen, die "politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung" begehen könnten. Dazu zählen etwa die Finanzierung von Terrorismus oder die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat. Stichworte sind Führungsperson, die Funktion eines eines Unterstützers/Logistikers oder Akteurs.

Das BKA schätzt rund 440 Personen als "relevant" ein. 380 leben in Deutschland, rund 60 sollen sich im Ausland aufhalten. Dazu kommen laut dem Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz aktuell 28.645 Personen mit "Islamismuspotenzial". Neben Islamisten gibt es eine Gefahr, die von Rechts- und Linksextremisten ausgeht. Die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sind ein Beispiel.
Wer in die Kategorie Gefährder fällt, wird laut Polizeisprecher Penske "fortlaufend überprüft". Es handle sich um Einzelfallbetrachtungen. Die Zahl könne sich verändern -- neue Erkenntnisse, andere Zahlen. Die Polizei arbeite bei Einschätzungen mit dem Landesamt für Verfassungsschutz zusammen. Maßnahmen, die man ergreife, seien abgestimmt mit der Staatsanwaltschaft. Verschiedene Mittel kämen infrage, von einer ständigen Obeservation über eine Fußfessel bis hin zu Überwachung der Telekommunikation.

Bundesweit arbeiten Behörden im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ) zusammen, dazu zählen:

Bundeskriminalamt
Bundesamt für Verfassungsschutz
Bundesnachrichtendienst
Bundespolizei
Zollkriminalamt
Militärischer Abschirmdienst
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Vertreter des Generalbundesanwaltes
16 Landeskriminalämter
16 Landesämter für Verfassungsschutz. Carlo Eggeling

Das Foto zeigt die Mahnwache am Sonntagabend vor dem Lüneburger Rathaus.

© Fotos: ca


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