Lüneburg, am Dienstag den 06.10.2026

Gewerkschaften senden klare Botschaft an Claudia Kalisch

von Carlo Eggeling am 06.10.2026


Am 1. Mai, dem Kampftag der Gewerkschaften, lief es nicht gut für die Grünen und Oberbürgermeisterin: Claudia Kalisch sei der Belegschaft von Jungheinrich in den Rücken gefallen. Der Gabelstablerhersteller hatte angekündigt, seine Produktion in Lüneburg zu schließen. Die Oberbürgermeisterin verkündete per Foto in der Zeitung mit dem Management des Unternehmens sie habe Jobs gerettet. Unsinn, aus Sicht der Arbeitnehmervertreter. Es war längst klar, dass weniger als die von Kalisch genannten Jobs erhalten bleiben würden in der Konstruktion. Während eines Streiks nicht an der Seite der Beschäftigten zu stehen, sei mehr als unredlich. Der Betriebsrat von Yanfeng ergänzte, Kalisch brauche nicht vorbeikommen. Auf diese "Solidarität" könne man verzichten -- das Werk an der Lüner Rennbahn steht vor dem Aus.

Offensichtlich haben Lennard Aldag, IG Metall, Steffen Lübbert, NGG, und Marty Falk, IGBCE das nicht vergessen. Sie und ihre Kollegen fordern der im Amt bestätigten Kalisch und dem neuen Landrat Steffen Gärtner: "Redet mit den Beschäftigten. Wer an der Seite der Beschäftigten stehen will, muss ihre Perspektive kennen und ihre Interessen zum Maßstab politischen Handelns machen."

Rund 8000 Frauen und Männer arbeiten in der Region in der Industrie. Sie stünden "für Wertschöpfung, Ausbildung und Wohlstand. Nach den Kommunalwahlen erwarten wir, dass die Zukunft dieser Arbeitsplätze zur politischen Priorität im Landkreis und der Stadt Lüneburg werden. Wer über Arbeit spricht, muss über Industrie sprechen und vor allem mit den Beschäftigten."

Und weiter: „Der Wahlkampf ist vorbei. Jetzt muss gehandelt werden. Industriearbeitsplätze fallen nicht vom Himmel. Sie müssen politisch gewollt und aktiv unterstützt werden.“ Die Gewerkschaften fordern von Landrat und Oberbürgermeisterin eine aktive Industriepolitik. Dazu gehöre, Beschäftigte und Betriebsräte frühzeitig einzubeziehen und "nicht ausschließlich die Sicht der Unternehmensleitungen zu berücksichtigen".

IG Metaller Aldag will es nicht weiter kommentieren. Doch es ist aufgrund der Jungheinrich-Erfahrungen klar, am wen sich die Botschaft richtet. Carlo Eggeling

© Fotos: Archiv ca


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