Lüneburg, am Freitag den 12.06.2026

Hausbesuch beim Hasch-Bauern

von Carlo Eggeling am 12.06.2026


Vermutlich stoßen die Kollegen im Lüneburger Drogenkommissariat öfter an, sie landen aktuell einen Schlag nach dem anderen in der Szene in der Region. Am Donnerstag hoben sie in Bleckede eine Cannabis-Plantage aus. Mehr als 650 Pflanzen in unterschiedlichem Reifegrad fanden die Beamten auf drei "Feldern" in Haus und Keller. Es muss reichlich nach dem Kraut gerochen haben. Jedenfalls kam die Polizei durch Hinweise auf die berauschende Gärtnerei. Das Amtsgericht erließ entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse.

Als "Chefgärtner" gilt ein 52-Jähriger, er wurde vorläufig festgenommen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. "Mehr als ein Dutzend Einsatzkräfte des Fachkommissariates Drogenkriminalität sowie der Lüneburger Verfügungseinheit" hätten eine "professionell" angelegte Plantage gefunden, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Und abgeerntet.

Der Beschuldigte dürfte nicht nur eine Abrechnung vor Gericht erleben. Er habe für Beleuchtung und Wärme für die Plantage "mit einer selbstgebauten Stromverteilung den Hauptstromzähler manipuliert. Hierbei wird aktuell von einem unerlaubten Verbrauch von mehr als 400.000 Kilowattstunden durch den Versorger, der mit Mitarbeitern anwesend war, ausgegangen." Ob eine Verbindung zur Drogenszene in Lüneburg besteht, sei offen, sagt Richter. Man ermittle.

Vor fünf Jahren hatte die Polizei schon einmal eine Plantage in Bleckede entdeckt. In einem ehemaligen Fitnessstudio hatten "Bauern" in eine Art Gewächshäusern gut 1800 Pflanzen gezogen. Skurril war damals ein Fluchtversuch: Einer der Rausch-Gärtner versuchte zu flüchten, als die Polizei anrückte -- er blieb in einem Kellerschacht stecken. Carlo Eggeling

© Fotos: Archiv / ca


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