Höhlenmenschen
von Carlo Eggeling am 17.06.2026Aufgespießt
Höhlenmenschen
Viele leben das Leben als öffentliche Angelegenheit, das bedeutet unglaubliche Offenheit. Denn es ist kaum zu glauben, was man alles selbst ohne Neugier erfährt -- durch die grassierende Selbstverständlichkeit mit zwei Knöpfen in den Ohren lauthals durch die Welt zu spazieren und mit irgendwem irgendwo zu reden. Auch dort, wo es um Leibesübungen geht. Des Morgens markierte einer der werdenden Muskel-Athleten erst eine Flachbank mit dem Handtuch nach der Pool-Devise: Meins, egal, ob ich etwas Gewichtiges bewege.
Nun, unser Mann bewegte sich wie ein Gockel, durch den Geräte-Parcours, vor die Spiegel. Bewundernde Blicke. Also von einem. Ihm selbst. Wie man in unseren Kreisen so sagt, eine Frage der Definition. Die Arbeit an Bizeps und Trizeps fiel knapp aus, das Telefonat um so üppiger: Finanzamt, Aufträge, Handwerker, wer mit wem kuschelt und wo und wie. Große Offenheit.
Es gibt ja die Theorie, dass uns beim Prozess der Menschwerdung die Höhle nicht abhanden gekommen ist. Wer telefoniert, glaubt sich allein. In Autos können Sie Zeitgenossen beobachten, die richtig nachbohren, in der Nase, im Ohr. Der Seelenklang: Ich bin mit mir allein und darf so sein.
Für meine Eisenbude wünsche ich mir die Telefonzelle zurück. Die Endlos-Handy-Quatscher müssen zum Einzel-Training in die schalldichte Box, gern mit Rundum-Spiegeln. Höhle eben. Sehr passend. Für alle anderen. carlo
Kommentare
Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.
_Banner_Winsen_und_Lueneburg_Aktuell_Hausverwaltung__.jpg)
_wernieNovember2.jpg)
_ubiMaster1.jpg)
_Mai23.jpg)