Lüneburg, am Donnerstag den 20.08.2026

How to Deutsch? – Wenn Briefwahl plötzlich Denglisch spricht

von Winfried Machel am 20.08.2026


How to Deutsch? – Wenn Briefwahl plötzlich Denglisch spricht Beim Blick durch die sozialen Medien bin ich auf eine Wahlwerbung der Grünen gestoßen, die bei mir vor allem eine Frage ausgelöst hat: Welche Sprache soll das eigentlich sein? „How to Briefwahl“ steht dort groß geschrieben. Dazu „So geht die Post ab“ und am Ende „Mach’s grün“. Deutsch, Englisch, Werbesprache – irgendwie alles gleichzeitig. Natürlich ist klar, was gemeint ist. „How to“ soll modern, locker und social-media-tauglich wirken. Man könnte allerdings auch einfach schreiben: „So geht Briefwahl“. Das wäre kürzer, verständlicher und sogar korrektes Deutsch. Die Gestaltung selbst ist eindeutig auf Wiedererkennung getrimmt: Grün, Pink, Sonnenblume, große Schrift, wenig Text. Politisches Marketing eben. Möglichst jung, möglichst frisch, möglichst weit weg vom verstaubten Amtsdeutsch. Nur frage ich mich, ob modern automatisch Denglisch bedeuten muss. Wer junge Menschen erreichen will, muss schließlich nicht zwangsläufig so schreiben, als hätten Deutsch und Englisch gemeinsam einen Wahlkampfstand aufgebaut. Und „So geht die Post ab“? Ein Wortspiel, selbstverständlich. Der Wahlbrief geht mit der Post ab – und gleichzeitig soll offenbar ordentlich Stimmung aufkommen. Man kann das originell finden. Ich finde es eher ein bisschen bemüht. Aber immerhin weiß ich jetzt: Briefwahl ist nicht mehr einfach Briefwahl. Sie ist jetzt „How to“.

© Fotos: Bündnis 90 die Grünen auf Facebook


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