Keine Fähre — doch Fähre
von Carlo Eggeling am 10.08.2026Aufgespießt
Fähre. Fährt. Anderswo
Am Samstag habe ich eine alte Bekannte getroffen, die im Amt Neuhaus lebt. Sie sei immer über die Elbe gekommen, sie brauche keine Brücke. Dieses Gejammere nach einer Querung sei überflüssig. Bisschen blöd, dass nun die zweite Fähre ausfällt, die bei Darchau setzt seit Ende Juni nicht mehr über, die Amt Neuhaus hat ihren Betrieb zwischen Bleckede und Neu Bleckede heute eingestellt. Offensichtlich hat sich die Elbe wieder verdünnisiert.
Es ist inzwischen eine nahezu religiöse Frage, ob man für oder gegen die Brücke ist. Der Blog eines geschätzten radelnden und klampfenden Kollegen zu diesem Thema ist dicker als Bibel, Koran und Upanishaden zusammen -- und genauso -- wie soll ich sagen -- vielschichtig. Da göttliche Weisheit stets anderswo weilt, dürfte noch lange um den, und das im Wortsinne, richtigen Weg gerungen werden.
Mein Vorschlag. Wir warten die Klimakrise noch ein bisschen ab, dann ist die Elbe irgendwo oberhalb Lauenburgs eh gänzlich perdu. Durch die Furt bei Neuhaus eine Straße und für alle, die im Amt Neuhaus leben samt der Busse hochbeinige Geländewagen aus deutscher Produktion, denen auch eine Pfütze nichts ausmacht. Selbstverständlich mit Elektroantrieb, damit die Idee alle mal so richtig unter Strom setzt und zukunftsgewandt daherkommt.
Für die, die Fähre mögen, lohnt ein Ausflug nach Hoopte und Zollenspieker. Da ist richtig Elbe aufgrund der Nordsee, die viel Wasser in den Fluss drückt. Ich bin dort gerade rüber. Ist richtig schön. Erinnert einen an alte Zeiten. Manchmal sind sie noch nicht ganz vergangenen. Meiner Bekannten empfehle ich den kleinen Umweg einer halben Tagesreise -- eine Fähre fährt immer. Irgendwo eben. Vielleicht kan man so eine Brücke im Glaubenskrieg bauen? carlo
Das Foto zeigt die Fähre bei Hoopte.
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