Kneipe und Kultur im Klatsch
von Carlo Eggeling am 22.08.2026
Zwei Jahre Arbeit haben sie in das Projekt gesteckt, noch ist es nicht fertig, aber nach vielen kleinen haben sie nun auch einen großen hinter sich: Der Verein Initiativenhaus Lüneburg hat das Café Klatsch Anfang August komplett übernommen. Grund genug, heute zu feiern. Am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, am Abend mit Kneipe und Kultur. Die ehemalige Kneipe Sophus Dose hat einen großen Garten zu bieten — auch da fröhliche Stimmung.
Wie berichtet, haben sich Gruppen, Vereine und Organisationen zusammengetan, um eine gemeinsame Heimat zu schaffen. Viele von ihnen waren lange Jahre im Böll-Haus an der Katzenstraße zu Hause. Man trennte sich im Streit mit dem Vermieter und suchte eine neue Bleibe.
Der Ansatz führt im Grundsatz fort, was es bereits im geräumten Heinrich-Böll-Haus gab: Räume für Gruppen und Organisationen, die in der linken und Öko-Bewegung zu Hause sind. Die Kneipe Anna & Arthur öffnet wieder. Dazu muss das Haus am Springintgut saniert und umgebaut werden. Wichtig: Die Mieter können bleiben.
Nils Kubera, Lailah Collier und Dr. Bernd Redecker gehören zum Organisationsteam. Sie erklären den Stand: Die beauftragte Architektin arbeite an den entsprechenden unterlagen für das Bauamt der Stadt. In den kommenden Wochen sollen die Pläne vorliegen und an die Verwaltung gehen. Man rechne mit einer Bearbeitungszeit von einem halben Jahr. An Aufträgen für Handwerker arbeite man, was an Abbruch- und Aufräumarbeiten zu erledigen ist, mache man selber.
In der Zwischenzeit soll das Haus genutzt werden. Die Kneipe öffne tageweise, Gruppen können sich im Seminarraum treffen. „Wir freuen uns, dass die alten Gäste an offenen Tagen kommen“, sagt Lailah Collier. Auch Tabbel Dierßen und die Hausband Blues Organisation spielen wieder.
Bei der Finanzierung gehen die Initiatoren einen besonderen Weg, sie sammeln Kleinkredite. Mindestsumme 1000 Euro. Das laufe gut, rund 150 Unterstützer haben Geld gegeben. So konnten zwei von drei Raten bedient werden. Und auch für die dritte sind die Drei optimistisch. Nils Kubera sagt, dass Kennlern-Veranstaltungen auf rege Resonanz gestoßen seien. Redecker ergänzt: „Es kommen auch Leute, die nicht in unsere Blase sind.“ Das zeige, wie groß das Interesse ist.
Jetzt wird gefeiert mit Musik und Tanz. Gute Zeit, um das Ganze kennenzulernen. Carlo Eggeling
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