Lüneburg, am Freitag den 17.07.2026

Kontrollen beim Nachschub

von Carlo Eggeling am 17.07.2026


Als kurz vor fünf am Freitagnachmittag ein halbes Dutzend Autos von Polizei und Zoll An der Abtspferdetränke vorfährt, geht es auch um Politik: Zwischen Berge und Stint hat sich die offene Drogenszene Liegewiesen geschaffen. Dazu kommen Vertreter der Fraktion, die Trinken als ernsthafte Angelegenheit betrachtet mit den üblichen Folgen wie Pöbeln und dem Drang, Geschäfte in Hauseingängen und Ecken zu erledigen -- solche und solche. Doch die Beamten haben heute nicht Schwarzhandel und Konsumenten im Fokus, sondern Kioske und deren Betreiber. Die Behörden zeigen: Wir kontrollieren, wir gehen Verstößen nach, und wir nehmen mögliche Versorgungsstationen der Szene in den Blick. Es ist Stadtgespräch, wie das Wasserviertel unter den Folgen von Sucht und Verelendung leidet. In zwei Monaten ist Kommunalwahl, da gilt es, ein Zeichen der Ordnung zu setzen.

Mehrere Dutzend Beamte von Zoll, Steuerfahndung, Gewerbeaufsicht, Stadt und Polizei sind im Wasserviertel und parallel am Sand in Einsatz. Polizeisprecher Michel Koenemann kann gegen 19 Uhr noch keine Bilanz ziehen: "Die Kollegen sind noch dabei." Worum es geht, ist klar: die Suche noch Drogen, unversteuerten Tabak- und Ersatzprodukten, um manipulierte Kassen, um Verstöße gegen das Lebensmittelrecht, um illegale Beschäftigung.

Zu beobachten ist Offensichtliches: Zöllner tragen kiloweise Plastiktüten mit Vapes und anderen Stoffen aus Geschäften. Die Männer und Frauen werten Kassensysteme aus. Offenbar sind für ein Geschäft Personen fürs Ausliefern zuständig, von denen nicht klar ist, ob sie als Arbeitskräfte angemeldet sind. Der Chef und die Betroffenen widersprechen heftig. Als einer scheinbar gehen will, sagt ihm ein Polizist sehr klar: "Sie bleiben genau hier stehen!"

Ein Mann, der wohl für zwei Geschäfte zuständig ist, weil er in beiden zu sehen ist un Position bezieht, fordert die Polizei auf wegzufahren: "Was gibt das für ein Bild, Sie schaden meinem Geschäft." Die Polizisten antworten eindeutig, dass sie blieben -- und sich weiter umsehen.

Ein Imbiss scheint ein Problem zu haben. Die Beamten finden in hinteren Räumen Lebensmittel, die so nicht gelagert werden dürften und denen eine entsprechende Kennzeichnung fehlt -- das ist aus Gesprächen von Kontrolleuren herauszuhören. Fraglich, ob die Ware noch verkauft werden darf.

Es ist eine Kontrolle, wie es sie bereits in der Vergangenheit im Stadtgebiet gab. Die Aktion war über Wochen vorbereitet worden. Am Nachmittag wunderten sich Kräfte, dass sie in einem Laden, der aus ihrer Sicht verdächtig ist, nichts an fragwürdiger Ware fanden: "Da hätten wir eigentlich einen Aufschlag landen müssen." Die Konsequenz: Die nächsten Aktionen soll in noch kleinerem Kreis vorbereitet werden. Denn Kontrollen den sicher folgen, heißt es von den Fluren der Polizei Auf der Hude.

Doch wie gesagt, jetzt will gerade die Polizei Zeichen an die Stadtgesellschaft setzen, dass Behörden handeln. Zu beobachten ist seit Wochen, dass Polizeibericht alle naselang erfolgreiche Durchsuchungen und Aufgriffe von Kleindealern vermeldet. Die gab es zuvor auch -- aber sie wurden eben nicht so massiv präsentiert.

In den vergangenen Wochen hatten sich Geschäftsleute aus dem Wasserviertel an die Verwaltung gewandt und gefordert, dass etwas geschehen möge. In der Kritik waren Suchtkranke und Dealer sowie unter anderem Kioske, die bis spät in die Nacht Alkohol verkaufen.

Die Stadt wolle handeln, habe Ansatzpunkte genannt, heißt es von Geschäftsleuten und Wirten. Was kann das Rathaus bei den Kiosken tun? Beim Lärm eingreifen, beim Außerhausverkauf von Alkohol Toiletten vorschreiben? Anfrage an die Pressestelle.

Die Antwort:
Rechtlich denkbar sind Maßnahmen, die auf die Einhaltung der immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen abzielen. Hierzu befindet sich die Verwaltung derzeit in laufenden Verwaltungsverfahren und kann deshalb zum jetzigen Zeit keine Aussagen treffen.

Da Kioske ausschließlich einen Außer-Haus-Verkauf betreiben, besteht für diese Betriebe keine Verpflichtung zur Bereitstellung von Toilettenanlagen. Menschenansammlungen werden auch durch den Betrieb von Fernsehern in den Schaufenstern hervorgerufen (insb. während der derzeitigen Fußballweltmeisterschaft). Etwaige Verstöße gegen die „Örtliche Bauvorschrift der Hansestadt Lüneburg über die Gestaltung von baulichen und technischen Anlagen sowie Werbeanlagen zum Schutz der Altstadt Lüneburgs“ (Gestaltungssatzung) werden geprüft." Carlo Eggeling

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook