Kugelschreiber — Hoch politisch
von Carlo Eggeling am 28.07.2026Aufgespießt
Allparteien-Koalition
Die Botschaft scheint egal zur Wahl, wichtig ist der Kugelschreiber. Nicht, damit Kandidaten Ziele umreißen, nein, weil der Kulli nur Pfennige kostet und als Gabe Klassenunterschiede aufhebt. Rechtsmittelinks -- alle verteilen die Plastikröhrchen. Während sich große Denker über das Plakat als solches aufregen können, es sage nichts und bedeute Müll, höre ich keinen Aufschrei zum Kuli. Mutamßlich könnte man herleiten, dass das Weltklima unter dieser ökologischen Gedankenlosigkeit leide, wenn nicht gar kolabiere.
Doch der Kugelschreiber, 1938 patentiert vom Ungarn László József Biró, bleibt beliebt. In einer Allparteien-Koalition stets an Wahlständen gefragt, welchen Bürger kümmert schon die Hülle, wenn der Inhalt gute Mine zum Papier macht? Bei mir lag sogar ein Stift im Briefkasten, es wirkt, als ob der Kandidat meint: Mir entkommst du nicht!
So liegen am Ende zig Stifte irgendwo rum, trocknen ein, vermehren sich bei der nächsten Wahl. Auch wenn sich kaum etwas verändert, der Kuli ist ewig. Parteiübergreifend. Einen Stift kann man immer gebrauchen. Bestimmt. Das ist praktische bürgernahe Politik. Mehr geht nicht. carlo
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