Lüneburg, am Freitag den 07.08.2026

VIDEO: Ladebordsteine statt Ladesäulen? Wäre das auch ein Modell für Lüneburg?

von Winfried Machel am 07.08.2026


Während in Lüneburg immer wieder neue Ladesäulen an unterschiedlichen Standorten entstehen, könnte eine andere Technik künftig für deutlich mehr Ordnung im Straßenbild sorgen: der sogenannte Ladebordstein.

Die von Rheinmetall entwickelte Lösung integriert die Ladetechnik direkt in den Bordstein. Dadurch entfallen die bekannten Ladesäulen auf Gehwegen. Nach Angaben des Unternehmens wurde das Pilotprojekt in Köln nach einem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Mehr als 2.800 Ladevorgänge, eine technische Verfügbarkeit von über 99 Prozent und eine hohe Nutzerzufriedenheit sprechen laut der veröffentlichten Fallstudie für das System.

Inzwischen wurde der Ladebordstein nicht nur in die Serienproduktion übernommen, sondern auch mit dem Red Dot Design Award 2025 ausgezeichnet.
Besonders hervorgehoben werden die platzsparende Bauweise, die intelligente Nutzung vorhandener Infrastruktur sowie die vergleichsweise einfache Installation. Rheinmetall hat das System zudem weiterentwickelt. Vorgestellt wurden unter anderem eine besonders robuste Ausführung aus Gusseisen sowie eine flächenbündige Variante für Logistik- und Firmenparkplätze. Das Unternehmen sieht Einsatzmöglichkeiten nicht nur am Straßenrand, sondern auch auf Mitarbeiter- und Kundenparkplätzen sowie an Wohnanlagen.

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Gerade in Lüneburg stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, weiterhin auf viele unterschiedliche Ladesäulen-Systeme zu setzen. Wer durch die Stadt fährt, entdeckt inzwischen die verschiedensten Modelle verschiedener Hersteller.

Einige sind bereits mit Aufklebern versehen, beschmiert oder weisen Beschädigungen auf. Ein Ladebordstein würde viele dieser Probleme von vornherein vermeiden. Er fügt sich nahezu unsichtbar in den Straßenraum ein, benötigt keine zusätzlichen Poller oder Säulen und bietet damit weniger Angriffsfläche für Vandalismus.

Spannend wäre dabei auch ein Blick in die Zukunft der Automobilindustrie. Sollten sich die Hersteller irgendwann auf eine einheitliche Position der Ladebuchse – beispielsweise auf der rechten Fahrzeugseite – verständigen, könnten Ladebordsteine ihre Vorteile noch besser ausspielen. Das Parken und Laden am Fahrbahnrand ließe sich wesentlich einfacher standardisieren. Ob dieses System tatsächlich die bessere Lösung für Lüneburg wäre, müssen Fachleute und Politik entscheiden.

Die bisherigen Ergebnisse aus Köln zeigen jedoch, dass sich ein genauer Blick auf diese Technik durchaus lohnen könnte – insbesondere bevor immer mehr unterschiedliche Ladesäulen das Stadtbild prägen.

© Fotos: Rheinmetall AG


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