„Liebe oder Last?!“ – Ausstellung wirbt für den Denkmalschutz
von Hajo Boldt am 13.07.2026Mit einer Vernissage in der St.-Johannis-Kirche wurde die Wanderausstellung „Liebe oder Last?! – Baustelle Denkmal“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eröffnet. Zahlreiche Gäste informierten sich über die Bedeutung historischer Bauwerke und die Herausforderungen ihres Erhalts.
Pastor Dr. Diederik Noordveld begrüßte die Besucher und verwies auf die derzeitige Restaurierung der historischen Orgel in St. Johannis als eindrucksvolles Beispiel für gelebten Denkmalschutz. Historische Gebäude seien weit mehr als alte Steine – sie lebten durch die Menschen, die sie nutzen, pflegen und erhalten.
Da Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch verhindert war, übernahm Bürgermeisterin Christel John die Begrüßung. Sie erinnerte daran, dass Lüneburg mit mehr als 1.500 denkmalgeschützten Bauwerken von seinem historischen Stadtbild geprägt werde. Denkmäler seien kein Hindernis, sondern ein wichtiger Teil der Identität der Hansestadt.
Der Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Steffen Skudelny, dankte besonders dem Lüneburger Ortskurator Prof. Dr. Lankisch, der sich seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichem Einsatz für zahlreiche Denkmalprojekte engagiert. Zugleich machte Skudelny und auch die anschließende Führung auf die Gefährdung des kulturellen Erbes aufmerksam: Täglich gehen in Deutschland durchschnittlich 1,2 Denkmäler verloren. Bundesweit stehen rund eine Million Gebäude, etwa drei Prozent des Gebäudebestandes, unter Denkmalschutz.
Die Ausstellung lädt an sechs Stationen zum Mitmachen und Nachdenken ein: „Baustelle Denkmal“, „Monument oder Patient?!“, „Kunstwerk oder Machwerk?!“, „Schmuckstück oder Schandfleck?!“, „Förderung oder Überforderung?!“ und „Liebe!“. Mit interaktiven Elementen zeigt sie, warum Denkmalschutz alle angeht.
Auch gestalterisch setzt die Ausstellung Maßstäbe: Ihr symbolhaftes Konzept wurde bei einem Wettbewerb mit rund 20.000 Teilnehmern gleich dreimal ausgezeichnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziert ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden und möchte mit der Ausstellung möglichst viele Menschen für den Erhalt des kulturellen Erbes begeistern.
Text/Fotos: Hajo Boldt
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