Lüneburg, am Freitag den 21.08.2026

Loch in der Kasse der Fördervereine — Demnächst kommt die Anklage

von Carlo Eggeling am 21.08.2026


Die 47-Jährige soll bei zwei Fördervereinen Bleckeder Schulen in die Kasse gegriffen haben, seit Anfang vergangenen Jahres steht die Frau unter Verdacht. Jetzt steuern Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf ein Ende zu. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Lüneburg: "Derzeit läuft noch eine Einlassungsfrist für die Verteidigung." Zur Erklärung: Es hatte geraume Zeit gedauert, bis die Frau sich einen Anwalt gesucht hatte. Sind die letzten Fragen geklärt, wird das Verfahren wahrscheinlich ans Amtsgericht gegeben.

Wie berichtet, die zweifache Mutter in den Fördervereinen von Grundschule und Gymnasium aktiv gewesen sein. Im vergangenen Jahr stellte der Vorstand fest, das Geld fehlt, es gab Informationsschreiben an Eltern. Die Beschuldigte galt als verlässlich und engagiert, hieß es von mehreren Seiten. Doch dann fiel auf, das Bares fehlte. Die Polizei erklärte zunächst, es gehen um einige Tausend Euro, doch in einem Zivilverfahren wurde der Schaden mit mehr als 47 000 Euro beziffert. Mutmaßlich dürfte er höher sein, sagt ein Vater: "Es gab Schulfeste, bei denen Bargeld eingenommen wurde, wer weiß, ob alles auch verbucht wurde."

Laut Staatsanwaltschaft ist die Bleckederin vorbestraft -- und es kommt ein weiteres Verfahren auf sie zu, das gemeinsam mit der "Schul-Sache" verhandelt werden soll. Wie berichtet, stand die Frau mehrmals vorm Arbeitsgericht. Sie hatte bei einem großen Betrieb in Lüneburg gearbeitet. Sie wurde entlassen, weil sie unter anderem die Kreditkarte ihres Chefs missbraucht haben soll. Vor Gericht war von gut 2400 Euro die Rede, die fehlten. Die Frau bestritt die Summe, sie will in die nächste Instanz gehen. Sie erschien ohne Anwalt vor Gericht, was in so einem Verfahren ungewöhnlich ist.

Das Ganze findet wahrscheinlich ein Nachspiel vor dem Strafgericht -- das Unternehmen hat Anzeige erstattet. Man fühle sich getäuscht, die Mitarbeiterin habe das in sie gesetzte Vertrauen missbraucht, die persönliche Betroffenheit war bei einem der Verhandlungstage deutlich zu spüren. Nun legte die Bleckederin nach: Es könne sein, dass Unterlagen durch jemanden in der Firma manipuliert worden seien.

Gegenüber LA hatte die Frau behauptet, sie habe eine außergerichtliche Lösung mit der Firma vereinbart, sie könne das belegen. Die angekündigten Dokumente kamen nicht. Am Ende war klar, eine weitere Geschichte, die nicht stimmte. Wann die Fälle voraussichtlich verhandelt werden, könne man noch nicht sagen, erklärt die Staatsanwaltschaft. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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