Lüneburg singt und tanzt am Sonntag
von Carlo Eggeling am 18.06.2026Man müsste mal, boah, wie langweilig. Da klingeln einem die Ohren. Doch Corinna Krome und Jakob Blankenburg lassen es klingeln: Am Sonntag, 21. Juni, von 11 bis 22 Uhr feiern sie und mit ihnen Lüneburg die Fête de la Musique. An zwei Dutzend Orten 69 Konzerte. Da geht es in den Hof der alten Musikschule An der Münze, im Café Klu am Kloster Lüne, im Avenir am Fluß im Ilmenaugarten, im Hinterhof von Hold an der Schlägertwiete, im Musikplanet an der Dahlenburegr Landstraße, natürlich an der Kulturbäckerei und im Mosaique, aber auch in der Kreuzkirche auf dem Bockelsberg und in Peter Hoffmanns Kaffeegarten an der Dorfstraße in Vögelsen.
Klassik, Liedermacher, Techno. Kinder und Erwachsene machen mit -- wie gesagt, es klingen einem die Ohren. Viele aus Lüneburg wie Ben Boles und Moritz Constantin, doch auch Gäste kommen wie Wilhemine, die 2024 im Vorprogramm von Cold play auftrat.
Corinna Krome, die Frau, die hinter dem Mosaique steht und als Coco Aikura selber Musik macht, lebte lange in Frankreich. "Von dort habe ich die Idee mit gebracht", sagt sie. Ein weltweites Konzept, inzwischen greifen Menschen in tausend Städten und Dörfern in die Saiten und Tasten.
Das müsste auch in Lüneburg klappen, dachten sich Corinna und der SPD-Bundestagsabgeordnete Jakob Blankenburg. Vor zweieinhalb Monaten fingen sie an. "Es haben sich viele gemeldet, die mitmachen wollen", sagt Blankenburg. Er lacht: "Ich habe beinahe Angst, dass wir mehr Konzerte als Menschen haben die kommen." Was für ein Spaß, denn die Leute werden kommen weil sie Spaß haben wollen.
Alle Künstler spielen ohne Gage, deshalb geht der Hut rum. Zudem bitten die beiden Organisatoren um Spenden, denn selbstverständlich laufen bei allem ehrenamtlichen Engagement Kosten auf, für Gema-Gebühren, für das Gestalten und Hochladen von Seiten im Internet. Alles in allem ein paar tausend Euro. Die Avacon und Vario-Paper unterstützen, das Mosaique ist finanziell in Vorleistung getreten
So locker und spontan wie die beiden und ihre Unterstützer ihr quirliges Projekt auf die Beine gestellt haben, geht es nicht überall. Denn natürlich müssen Vorgaben eingehalten werden. Da muss man den einen und die andere überzeugen. So ist alles mit der Stadt abgestimmt. Nicht nur das Kernteam hat zu tun, auch die Veranstalter selber mussten Fragen klären, wie dass Aufstellflächen für die Feuerwehr freigehalten werden. Denn den Organisatoren ist es wichtig, dass sie zwar einen Rahmen bieten, aber jeder Veranstalter seine "Bühne" selbst organisert und bespielt.
Corinna Krome, Mitorganisatorin:
„Die Fête de la Musique ist ein Geschenk an die Stadt. Wir sind unglaublich dankbar, dass so viele Musiker:innen, Orte und Unterstützer:innen das gemeinsam möglich machen. Das ist Kultur, wie sie sein sollte: für alle, mitten in der Stadt."
Jakob Blankenburg, Mitorganisator:
„Lüneburg hat eine lebendige Musikszene, die viel zu selten sichtbar wird. Aber es geht um mehr als Konzerte: Kultur verbindet. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, brauchen wir Momente, die uns daran erinnern, was wir gemeinsam haben. Das wollen wir an diesem Tag sichtbar machen." Carlo Eggeling
Mehr unter fete-lueneburg.de
Kommentare
Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.
_wernieNovember2.jpg)
_Banner_Winsen_und_Lueneburg_Aktuell_Hausverwaltung__.jpg)
_ubiMaster1.jpg)
_Mai23.jpg)