Lüneburg, am Mittwoch den 30.09.2026

Lüneburg und Bundeswehr besiegeln Patenschaft – ein politisches Signal

von Hajo Boldt am 30.09.2026




Die jahrzehntelange Verbindung zwischen Lüneburg und der Bundeswehr hat jetzt einen offiziellen Rahmen: Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Oberstleutnant Jochen Moos haben am Mittwoch, 30. September, im Fürstensaal des Rathauses die Patenschaft zwischen der Hansestadt und dem Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ unterzeichnet. Der Rat hatte die Patenschaft am 9. September beschlossen.

Die Entscheidung hat auch eine politische Dimension. In einer Zeit, in der Deutschlands Verteidigungsfähigkeit, die Rolle der Bundeswehr und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die politische Debatte bestimmen, bekennt sich Lüneburg ausdrücklich zu seinem Bundeswehrstandort. Oberbürgermeisterin Kalisch hatte bereits zum Ratsbeschluss erklärt, die Bundeswehr sei ein wichtiger Teil der städtischen Identität und stehe für Demokratie und Frieden.

Dabei geht es längst nicht nur um Symbolik. Der Bundeswehrstandort Lüneburg soll in den kommenden Jahren erheblich wachsen. In der Theodor-Körner-Kaserne wird die Heeresflugabwehrtruppe wieder aufgebaut. Nach Angaben der Hansestadt werden im Zuge dieser Entwicklung bis zu 2.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Beschäftigte erwartet. Hinzu kommen Familienangehörige. Damit werden Fragen nach Wohnraum, Verkehr, Kitas, Schulen und weiterer sozialer Infrastruktur zunehmend auch zu kommunalpolitischen Themen.

Die Patenschaft dokumentiert damit eine Entwicklung, die für Lüneburg in den kommenden Jahren deutlich sichtbarer werden dürfte: Bundeswehr und Stadtgesellschaft rücken enger zusammen.

„Dieser Tag ist ein Tag des Vertrauens, des Verstehens und der Verlässlichkeit“, sagte Kalisch bei der Unterzeichnung. Die Patenschaft stehe für Verantwortung und Fürsorge und schaffe eine dauerhafte Grundlage für den persönlichen Austausch zwischen Stadt und Bataillon.

Oberstleutnant Moos verglich die bisherige Verbindung augenzwinkernd mit einer „wilden Ehe“, die nun einen offiziellen Rahmen bekomme. Tatsächlich ist die Zusammenarbeit seit Jahren sichtbar – unter anderem bei öffentlichen Appellen auf dem Marktplatz, Spendenläufen für das Kinderhospiz Löwenherz oder den Weihnachtsgeschenken der Stadt für Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz.

Das 1956 aufgestellte Bataillon ist seit 1959 in Lüneburg stationiert und trägt seit 2008 den Beinamen der Hansestadt. Das Aufklärungslehrbataillon 3 gehört zur Panzerlehrbrigade 9 und übernimmt unter anderem Späh- und Drohnenaufklärung.

Die Unterzeichnung markiert zugleich einen personellen Wechsel. Moos verlässt Lüneburg. Sein designierter Nachfolger, Oberstleutnant Sebastian Kaminsky, nahm bereits an der Zeremonie teil. Kalisch hieß ihn willkommen: „Auch Ihnen steht die Rathaustür stets offen.“

Text/Fotos: Hajo Boldt
Politische Einordnung: Lüneburg Aktuell

© Fotos: Hajo Boldt


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