Lüneburg, am Dienstag den 20.10.2026

Mehr als 100 Einsatzkräfte bekämpfen Wohnungsbrand

von Feuerwehr am 20.10.2026


Feuerwehrsprecher Mathias Wille berichtet:

GARSTEDT. Ein Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße in Garstedt hat am Dienstagmorgen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Mehr als 100 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen in einer Wohnung im ersten Obergeschoss. Durch den schnellen und koordinierten Einsatz konnte ein Übergreifen des Feuers auf die weiteren Wohnungen sowie einen direkt angrenzenden Pferdestall verhindert werden. Die Bewohner der Nachbarwohnung und die Pferde konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Ausgelöst wurde der Einsatz durch einen Berufsfeuerwehrmann der Feuerwehr Hamburg, der zugleich Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Garstedt ist. Als er am Dienstagmorgen von seiner Schicht nach Hause kam, bemerkte er Brandgeruch und erkundete die nähere Umgebung. Dabei entdeckte er Flammen, die aus dem Fenster einer Wohnung im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses schlugen. Nach dem Absetzen des Notrufs reagierte er umgehend: Mit einer Leiter stieg er auf den Balkon und weckte durch Klopfen an den Fensterscheiben die Bewohner der Nachbarwohnung. Da das Treppenhaus bereits stark verraucht war, verließen drei Bewohner gemeinsam mit zwei Hunden das Gebäude über die an den Balkon gelehnte Leiter.

Um 7.06 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Garstedt, Salzhausen, Wulfsen und Vierhöfen sowie die Drehleiter der Feuerwehr Winsen alarmiert. Da im weiteren Einsatzverlauf zusätzliche Atemschutzgeräteträger benötigt wurden, rückten außerdem die Feuerwehren Toppenstedt und Tangendorf an. Auch der Rettungsdienst mit einem Notarzteinsatzfahrzeug und zwei Rettungswagen wurde alarmiert, da zunächst Bewohner in der Brandwohnung vermutet wurden. Glücklicherweise bestätigte sich diese Befürchtung nicht: Die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht anwesend.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen meterhohe Flammen aus einem Fenster im ersten Obergeschoss unmittelbar neben dem Treppenhaus. Das Feuer drohte auf den direkt angebauten Pferdestall überzugreifen. Dort befinden sich Stallungen für über zehn Pferde und ein darüberliegender Heuboden. Eine im Erdgeschoss wohnende Hofhelferin hatte bereits begonnen, die Pferde aus dem Gebäude zu führen.

Die Einsatzleitung übernahm der stellvertretende Gemeindebrandmeister Sven Plate. Zunächst bekämpften die Einsatzkräfte die Flammen von außen. Anschließend gingen zwei Trupps unter Atemschutz in die Brandwohnung vor. Gleichzeitig wurde eine Riegelstellung aufgebaut, um den Pferdestall vor einem Übergreifen des Feuers zu schützen. Ein weiterer Trupp kontrollierte den Heuboden.

Der Löscherfolg stellte sich zunächst schnell ein. Allerdings hatte sich das Feuer bereits in die Zwischendecke zum zweiten Obergeschoss und unter die Dacheindeckung ausgebreitet. Deshalb mussten die Feuerwehrleute umfangreiche Nachlöscharbeiten durchführen. Mithilfe der Drehleiter aus Winsen wurde die Dacheindeckung aufgenommen, um versteckte Glutnester aufzuspüren und abzulöschen.

Die Schäden im Gebäude sind erheblich. Im Hauptbrandraum und im Flur war die Hitze so groß, dass der Putz von den Wänden platzte. Auch die übrigen Räume im ersten und zweiten Obergeschoss wurden durch Hitze und Ruß beschädigt. Die Nachbarwohnung ist zunächst ebenfalls nicht bewohnbar. Die Gemeindeverwaltung kümmerte sich um eine Ersatzunterbringung. Ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnungen im Erdgeschoss und auf den Pferdestall konnte die Feuerwehr verhindern.

Insgesamt waren 22 Atemschutzgeräteträger an vier Strahlrohren im Einsatz. Neben mehr als 100 Feuerwehrleuten waren zehn Polizeibeamte und sechs Kräfte des Rettungsdienstes vor Ort. Zwei Mitarbeitende des Kriseninterventionsteams (KIT) der Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützten die Betreuung der Betroffenen.

Während der Löscharbeiten musste die Ortsdurchfahrt Garstedt gesperrt werden. Nach Abschluss der Löscharbeiten nahm die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache auf.

© Fotos: Feuerwehr


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