Lüneburg, am Mittwoch den 03.06.2026

Metronom — Nun soll alles besser werden

von LNVG am 03.06.2026


DB Regio übernimmt RE 2 von metronom - zwei Betreiber teilen sich Hansenetz

Ab Sonntag, 14. Juni, übernimmt die DB Regio die Linie RE 2 (Göttingen – Hannover – Uelzen) von metronom. Die Züge stellt auch weiterhin die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) zur Verfügung.

Neuer Zuschnitt des Hansenetzes für zwei Unternehmen soll mehr Verlässlichkeit bringen
Keine Änderungen am Fahrplan, Verlauf der Strecken ändert sich nicht
Züge behalten blau-gelb-weiße Lackierung der Landesnahverkehrsgesellschaft

Hannover, den 3. Juni 2026. Betreiberwechsel für den RE 2: Die DB Regio übernimmt ab Sonntag, 14. Juni, die Regionalexpress-Linie Göttingen – Hannover – Uelzen von metronom. Die Linie gehört zum so genannten Hansenetz. Die übrigen Linien im Netz fährt weiterhin metronom. Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung, wünscht beiden Unternehmen einen guten Start im neuen Zuschnitt: „Metronom kann sich jetzt auf den größeren Teil des Netzes konzentrieren und sicherstellen, dass genügend Personal zur Verfügung steht – und mit DB Regio hat sich für den Südteil des Netzes ein großer bekannter Partner qualifiziert. Wir gehen davon aus, dass es künftig im ganzen Netz deutlich weniger Ausfälle wegen Personalmangels gibt.“

Diese Linien gehören zum Hansenetz
Das größere Los Nord behält metronom. Dazu gehören diese Linien:
• RE 3 Hannover – Uelzen – Lüneburg – Hamburg
• RE 4 Hamburg – Bremen
• RB 31 Hamburg – Lüneburg
• RB 41 Hamburg – Buchholz – Rotenburg/W. – Bremen
Im kleineren Los Süd heißt der Betreiber DB Regio. Das Unternehmen fährt die Linie
• RE 2 Uelzen – Hannover – Göttingen

Das sagen die Bahnunternehmen
Bernd-Michael Spiecker, Vorsitzender der Region Nord der DB Regio AG: „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der LNVG und der Region Hannover. Die Übernahme der Linie RE 2 ist für uns eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wir mit höchster Priorität angehen. Unser klares Ziel ist es, den Fahrgästen einen stabilen, verlässlichen und qualitativ hochwertigen Nahverkehr zu bieten. Dafür bringen wir unsere gesamte operative Erfahrung sowie ein starkes und top qualifiziertes Team ein.“

Nicolai Volkmann, Geschäftsführer des metronom: „Wir freuen uns sehr darauf, dass metronom seine „Stammstrecke“ im Norden auch weiterhin fahren kann. Der 14. Juni ist auch für uns ein Neustart. Wir sind bestens vorbereitet, das von der LNVG und den Fahrgästen in uns gesetzte Vertrauen mehr als zu erfüllen. Das spornt uns an und wir werden die Fahrgäste in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen.“

metronom hatte um Auflösung des alten Vertrages gebeten
Hintergrund: Der ursprüngliche Vertrag für das Hansenetz sollte eigentlich von 2018 bis 2033 gelten. metronom, eine mehrheitliche Tochter des Netinera-Konzerns, hatte wegen erheblicher wirtschaftlicher Probleme Ende 2024 um die vorzeitige Vertragsbeendigung gebeten. Die LNVG hat das Netz europaweit in zwei Teilen neu ausgeschrieben – dabei war vorgegeben, dass die Teile an verschiedene Unternehmen gehen werden. metronom hat sich mit seinem Angebot für Nordteil des Netzes erneut durchgesetzt, weil das Unternehmen das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt habe. Genauso wie DB Regio das wirtschaftlichste Angebot für den Südteil vorgelegt hat.

Instandhaltung läuft weiter in Werkstatt in Uelzen
Die bereits auf den Hansenetz-Linien eingesetzten Doppelstockzüge kommen bei DB und metronom weiter zum Einsatz. Sie gehören der LNVG, auch die blau-gelb-weiße Lackierung bleibt unverändert. Alle Züge werden auch weiterhin in der Betriebswerkstatt Uelzen durch den Fahrzeughersteller ALSTOM instandgehalten. Für Reinigung der Züge innen und außen und Ver- und Entsorgung der Zugtoiletten bleiben die Bahnunternehmen verantwortlich.
So verteilen sich die Fahrzeuge: Metronom bekommt 23 Zugverbände. Für den täglichen Betrieb werden davon 20 gebraucht. Ein Zugverband steht als kurzfristige Reserve zur Verfügung. Zwei Züge werden in der längerfristigen Instandhaltung sein.
DB Regio erhält sieben Züge. Fünf werden für den Betrieb gebraucht, einer ist kurzfristige Reserve. Ein weiterer Zug wird geplant in der Instandhaltung sein.

Daten zum Netz
Der Nordteil des Netzes, der von metronom gefahren werden wird, umfasst rund 6,5 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Auftraggeberinnen sind hier die Freie Hansestadt Bremen, die Freie und Hansestadt Hamburg, Region Hannover und – als Federführer – die LNVG.
Auf den Südteil des Netzes, den die DB Regio fahren wird, entfallen rund 2,2 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Region Hannover und LNVG – als Federführer – sind die Auftraggeberinnen.
Für das Netz bleibt es damit im Ganzen unverändert bei 8,7 Millionen Zugkilometern im Jahr. Eine Verlängerung beider Verträge bis Ende 2035 ist möglich. Täglich sind über 80.000 Menschen mit den Zügen unterwegs.

Erläuterung: So funktionieren Vergabeverfahren
Um Betreiber für Bahnstrecken im Nahverkehr zu finden, sind nach gesetzlichen Vorgaben europaweite Ausschreibungen durchzuführen. Dabei legt die LNVG hohe Anforderungen fest, die die Bahnunternehmen akzeptieren müssen, wenn sie den Auftrag erhalten wollen. Den Zuschlag erhält das Unternehmen, das für die geforderten Standards – und mögliche Zusatzqualitäten – das beste Preis-Leistung-Verhältnis anbietet.

Betreiberwechsel hat keine Auswirkungen auf Ersatzverkehr wegen „Qualitätsoffensive“
Noch bis zum 10. Juli ist die Bahnstrecke Hannover – Hamburg gesperrt, die LNVG hat für die ausfallenden Nahverkehrszüge einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen in Auftrag gegeben. Wegen der Sperrung fährt die RE 2 derzeit nur zwischen Göttingen und Hannover. Trotz des Betreiberwechsels bleibt metronom für die Zeit der „Qualitätsoffensive“ Ansprechpartner für die Busunternehmen, um Anschlüsse abzustimmen.

Das ist die LNVG
Die LNVG plant für weite Teile Niedersachsens das Angebot mit Nahverkehrszügen. Sie vermietet Lokomotiven und Wagen an die Bahnunternehmen. Die LNVG bezahlt für die Zugfahrten rund 600 Millionen Euro im Jahr – das sind rund 60 Prozent der Kosten. Von den Fahrgästen, also über die Fahrkarten, werden etwa 40 Prozent der Kosten getragen. Außerdem ist die LNVG unter anderem Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für den Verkehr mit Linienbussen und Stadtbahnen im Land.

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook