⚽ Millionen fürs Spiel – die Rechnung geht an uns
von Winfried Machel LA am 22.08.2026
Anlass für diese Betrachtung ist das Spiel LSK gegen Werder Bremen am Millerntor.
Und ich weiß: Damit mache ich mir unter Fußballfreunden keine neuen Freunde. Aber Fußball interessiert mich nicht. Ich schaue ihn nicht. Viele andere übrigens auch nicht. Mitbezahlen dürfen wir trotzdem.
Denn der Profifußball hat eine bemerkenswerte Geschäftsordnung: Die Einnahmen bleiben im Spielbetrieb – bei den Kosten für die Polizei darf die Allgemeinheit mitspielen.
Bundesliga und 2. Bundesliga verursachten zuletzt zusammen rund 1,6 Millionen Arbeitsstunden bei der Polizei in einer Saison. Allein die Personalkosten wurden mit mehr als 100 Millionen Euro beziffert.
Das beliebte Gegenargument: „Aber der Fußball zahlt doch so viele Steuern!“
Stimmt.
Mein Bäcker auch. Mein Autohaus auch. Der Wirt um die Ecke auch. Trotzdem kommt keiner auf die Idee, seinen Wachschutz beim Innenministerium zu bestellen.
Beim Fußball wechseln Spieler für 30, 40 oder 50 Millionen Euro den Arbeitgeber. Für Transfers, Gehälter und Berater ist Geld da. Nur wenn das millionenschwere Geschäft von Hunderten Polizisten begleitet werden muss, entdecken wir plötzlich die Solidargemeinschaft.
Natürlich kann private Security die Polizei nicht ersetzen. Aber über die Rechnung darf man reden.
Bei beispielsweise 250.000 Euro zusätzlichem Sicherheitsaufwand für 17 Heimspiele wären das 4,25 Millionen Euro im Jahr.
Dann kostet der nächste Spieler eben ein paar Millionen weniger.
Tragisch.
Denn eigentlich ist es ganz einfach: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.
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