Neue Eigentümer für Vonovia-Wohnungen
von Carlo Eggeling am 19.08.2026Erst wollte Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch die Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor kaufen, dann rechnete die Politik nach und befand: zu teuer. Schließlich verfolgte die SPD das Thema weiter und bekam dafür Rückenwind aus Hannover, doch Gegenwind aus Lüneburg, vor allem von der grünen Partei der Oberbürgermeisterin. Morgen steht das Thema kurzfristig erneut auf der Tagesordnung des Rats: Eine Investorengruppe namens Tristan hat 975 Vonovia-Wohnungen gekauf, der größte Bestand liegt in Kaltenmoor, dazu kommen weitere Häuser in Neu Hagen, am Schützenplatz sowie in der Weststadt. Lokaler Partner des Unternehmens ist die Lüneburger Porth-Gruppe, die bundesweit agiert. Das berichtet die Immobilien-Zeitung. Autor des Beitrags ist Friedhelm Feldhaus, der sitzt für die Grünen im Lüneburger Stadtrat. Er beruft sich wiederum auf den Dienst Green Street News.
Für die insgesamt 975 Wohnungen ist demnach ein Preis von rund 55 Millionen Euro aufgerufen worden. Das ist deutlich günstiger als noch vor zwei Jahren, als der Vonovia-Konzern rund 90 Millionen Euro haben wollte. Laut des Artikels wollen die neuen Eigentümer die Wohnungen in Kaltenmoor sanieren und zudem die Mieten erhöhen.
In der Lüneburger Politik war schon lange gemunkelt worden, dass Vonovia im Preis runter gegangen sei. Die Idee, die vor allem in der SPD debattiert wird, orientiert sich an der Wilhelm-Leuschner-Straße: Die Eckpfeiler-Gruppe aus der Nähe von München hat den gewaltigen Hochhausriegel erworben, mit Fördermitteln im Bestand saniert und hat das Immobilien-Unternehmen Sallier beim Vertrieb eingebunden. Mit der Stadt wurden Verträge geschlossen, sodass ein großer Teil des Bestands eine Sozialbindung erhalten hat.
Nun kommen neue Eigentümer. Die rund 700 Wohnungen in Kaltenmoor gelten als dringend sanierungsbedürftig. Sie sind sechs Jahrzehnte alt und hatten verschiedene Eigentümer. Immer wieder beklagten sich Mieter, dass Fahrstühle lange ausfielen, Wohnungen mit Schimmel belastet seien und sich gar Betonbrocken aus der Fassade lösten. Das Ganze wurde zwar diskutiert, beklagt und angeprangert. Getan hat sich wenig.
Die FDP hat schreibt in einer Pressemitteilung, sie begrüße die privatwirtschaftliche Lösung, sie erwarte, dass nun etwas geschehe. Im Rat dürfte das Thema am Donnerstag einige Beachtung finden. Carlo Eggeling
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