Lüneburg, am Samstag den 12.09.2026

*Neue Sülze: Polleranlage muss sich im Alltag bewähren*

von Hajo Boldt am 12.09.2026


*Neue Sülze: Polleranlage muss sich im Alltag bewähren*
Vier feste Poller, ein automatisch versenkbarer Sperrpfosten, Kameras, Kennzeichenerkennung, Gegensprechanlage und deutliche Rot-Grün-Signale: Die neue Polleranlage in der Neuen Sülze ist technisch aufwendig ausgestattet. In Betrieb geht sie allerdings erst nach einer ausführlichen Testphase mit Rettungsdiensten, Bussen, Anwohnern und Gewerbetreibenden.
Die Anlage soll den bisher trotz Durchfahrtsbeschränkung auftretenden Schleichverkehr verhindern. Rettungsfahrzeuge, Pflegedienste, Busse, Taxis, Lieferverkehr und Anwohner sollen weiterhin passieren können. Auffällig bleibt allerdings die angekündigte Zeitregelung: Zwischen 19 und 3 Uhr soll der Poller auch für den allgemeinen Verkehr abgesenkt werden. Damit bleibt die Neue Sülze gerade während eines Teils der Abend- und Nachtstunden weiterhin befahrbar. Erfahrungen anderer Städte zeigen Licht und Schatten. In Lindau ging der unerlaubte Verkehr deutlich zurück. Im ersten Betriebsjahr wurden dort allerdings 19 Störungen registriert, unter anderem durch Probleme mit der Stromversorgung und Manipulationen. Hannover bezeichnete bereits vorhandene automatische Poller als störanfällig. Andere Städte setzen deshalb auf Notstrom, Schlüsselschalter, Fernbedienungen und automatische Ausfahrten.
Für Lüneburg wird entscheidend sein, ob die Technik auch bei Strom-, Funk- oder Kamerastörungen funktioniert und Rettungsfahrzeuge jederzeit ohne Verzögerung passieren können. Ebenso offen ist, ob Kennzeichen oder Kamerabilder gespeichert werden und wie sich die Anlage auf den nächtlichen Verkehr auswirkt.
Text/Fotos: Hajo Boldt

© Fotos: Hajo Boldt


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