Lüneburg, am Dienstag den 11.08.2026

Noch ein Schild – und dann wird alles gut?

von Winfried Machel am 11.08.2026


Lüneburg. Neongelb, auffällig und mit einer unmissverständlichen Botschaft: „Unfallhäufung“ steht jetzt auf zusätzlichen Schildern rund um den Kreisverkehr Bögelstraße/Soltauer Straße.
Die Hansestadt reagiert damit auf wiederholte Unfälle und gefährliche Situationen. Die gemeinsame Verkehrsunfallkommission von Polizei und Stadtverwaltung hat den Bereich entsprechend untersucht. Die Idee für die neuen Warnhinweise stammt von der Verkehrswacht.
Alles gut gemeint. Aber ändern Schilder tatsächlich das Fahrverhalten?
Denn an Hinweisen mangelt es an dieser Stelle nun wirklich nicht. Es gibt Tempo 30, Warnungen vor Radverkehr und sogar blinkende Warnlichter vor dem Radweg, der die Ausfahrt in die Bögelstraße quert. Jetzt kommt „Unfallhäufung“ in Neongelb dazu.
Nur: Wer Verkehrsregeln bislang ignoriert hat, wird sie kaum deshalb beachten, weil daneben noch ein gelbes Schild steht.
Und das gilt ausdrücklich für beide Seiten. Autofahrer werden durch ein zusätzliches Schild nicht automatisch langsamer oder aufmerksamer. Genauso wenig bringt ein Warnschild Radfahrer dazu, plötzlich vorsichtiger zu fahren oder Verkehrsregeln konsequenter einzuhalten.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem also gar nicht am fehlenden Schild.
Schilder ändern kein Fahrverhalten. Menschen ändern ihr Fahrverhalten. Und wenn das an einem bekannten Unfallschwerpunkt nicht funktioniert, stellt sich irgendwann die Frage, ob Kontrollen, eine andere Verkehrsführung oder bauliche Veränderungen nicht mehr bewirken würden als der nächste Warnhinweis am Straßenrand.

Oder etwas ketzerischer formuliert: Wenn Schilder Unfälle verhindern könnten, müsste dieser Kreisverkehr inzwischen einer der sichersten Orte Lüneburgs sein.
Foto: Hansestadt Lüneburg

© Fotos: Hansestadt Lüneburg


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