Pedo-Hunter löst Ermittlungen aus — Fahrlehrer verurteilt
von Carlo Eggeling am 02.07.2026Er wollte einen Betrüger überführen, deshalb habe er Bilder von seinem Glied geschickt und ein Treffen auf dem Lüneburger Penny-Parkplatz gegenüber der Polizei vereinbart. Überführt hat der Fahrlehrer allerdings sich selbst: Das Landgericht sprach den Mann schuldig, er erhielt eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist, zudem muss er eine Geldstrafe von 1000 Euro an die Opferhilfe zahlen.
Der Fahrlehrer aus dem Landkreis Uelzen war wie viele andere dem Lüneburger Björn Scholz in die Falle gegangen. Der sogenannte Pedo-Hunter gibt sich im Netz mit einem KI-Profil als Teenager aus. Regelmäßig melden sich Männer, die es auf sexuelle Kontakte anlegen, auch "ohne Körperkontakt" eine Straftat. Es geht um Nacktbilder, Selbstbefriedigung und andere Fantasien. Schließlich soll es auf Wunsch der Männer einen Treffen geben. Scholz betont, dass er abwarte und sammle, was die "Chat-Partner" senden.
So sei es auch in diesem Fall gewesen. Der Fahrlehrer sei im Januar 2025 zu einem Treffen mit einem angeblich 12, 13 Jahre alten Mädchen nach Lüneburg gekommen. Dort stand aber kein Mädchen, sondern Scholz und die von ihm alarmierte Polizei. Strafverfahren. Scholz berichtet, im Gericht seien Bilder gezeigt worden, die eindeutig belegen, dass es sich um ein Kind handelt. Auch die Chatverläufe waren Thema.
Das Gericht schenkte der Behauptung des Fahrlehrers, einen Betrüger stellen zu wollen, angesichts der Beweislage keinen Glauben. Die Kammer führte ein Berufungsverfahren, denn nach einem Urteil des Amtsgerichts waren sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte und sein Anwalt in die nächste Instanz gegangen. Das Amtsgericht hatte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Euro verhängt. Für den 53-Jährige hat sein Vorgehen weit reichende Folgen: Er hat seinen Job und seine Befähigung als Fahrlehrer verloren.
Björn Scholz sagt, er habe in den vergangenen Jahren mehr als 500 Anzeigen erstattet. Darunter auch gegen einen Verantwortlichen des Adendorfer Eishockey-Vereins AEC, der in der Folge von seinen Ämtern zurücktrat. Scholz betont, es gehe ihm um den "Schutz von Kindern". Das Vorgehen der Pedohunter ist umstritten, für Juristen bewegen sie sich in einem Graubereich. Zu ermitteln, sei Sache der Polizei. Carlo Eggeling
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