Plötzlich ist Thomas Maack nicht mehr da — er fehlt
von Carlo Eggeling am 12.10.2026Wir hatten kein enges Verhältnis, aber wir haben uns immer wieder mal getroffen. Mit Thomas Maack war man schnell im Gespräch, per Du. Ein zugewandter Mann, der eine große Portion Optimismus mitbekommen hatte. Was für ein Geschenk in Zeiten, in denen viele vermitteln, wie schlimm es angeblich ausschaut. Ein herzliches Lachen, ein Witz, ich bin ein Stück positiver weitergegangen. Es leuchtete. Am Samstag ist der Adendorfer Bürgermeister gestorben, überraschend und tragisch. Die Umstände sind seine Sache, Trauer bleibt denen, die zurückbleiben.
Der Sozialdemokrat übernahm das Rathaus der Gemeinde 2011. Mit einem Traumergebnis von 70 Prozent der Stimmen zog er in die Verwaltung ein. Bei der Wiederwahl 2019 zeigte sich, dass er noch beliebter und anerkannter geworden war, er holte 79 Prozent. Politik liegt in der Familie. Maack wuchs in der Gemeinde auf, ging dort zur Schule. Als damals noch ehrenamtlicher Bürgermeister stand sein Vater von 1972 bis 1994 an der Spitze. Maack arbeitete später für die Deutsche Bahn, zuletzt als Chef für Konzernsicherheit in den norddeutschen Bundesländern. Er blieb in Adendorf wohnen, gehörte dort von 1996 bis 2002 dem Gemeinderat und von 1994 bis 1996 dem Lüneburger Kreistag an.
Als wir uns vor ein paar Wochen trafen, war Thomas glücklich, dass Adendorf im Mai wieder einen Bahnhalt bekommen hatte. Das habe reichlich gedauert, sagte er mit einem Grinsen. Sei nicht einfach in dem Konzern, er kenne das. 47 Jahre lang hatte kein Zug vom Weg von Lüneburg nach Lübeck in Adendorf gehalten.
Zur Kommunalwahl jetzt im September habe er nicht mehr antreten wollen, sagte Thomas. Der Vater zweier Söhne wollte sich mehr der Familie widmen, den Enkeln. Noch acht Jahre im Rathaus, dann wäre er 74, "das will ich nicht mehr". Reisen, Zeit mit seiner Frau und der Familie, darauf freue er sich.
Er hatte einen offenen Brief an seine Mitarbeiter geschrieben: „Ich blicke mit Dankbarkeit auf die Jahre unserer gemeinsamen Arbeit zurück – auf all das, was wir zusammen für uns und die Gemeinde Adendorf und Erbstorf erreicht, bewältigt und gestaltet haben.“ Die Liste der Projekte, die er mit Unterstützung der Politik und Verwaltung nach vorne brachte, ist lang, Beispiele: Gebäude für den Bauhof, die Kindertagesstätte an der Feuerwehr, die Sportkita am Scharnebecker Weg, das Freibad.
In der Runde der Hauptverwaltungsbeamten, also den Verwaltungschefs im Landkreis, genoss er einen kompetenten Ruf. Einer erzählt: "Wir haben noch am Freitag telefoniert, da ging es um die den Adolph-Holm-Kindergarten." In seiner Partei gehörte er zu denen, der über Lager hinweg geschätzt und gemocht wurde. Als Innenministerin Daniela Behrens im Sommer in Adendorf war, habe Thomas ihr gezeigt, was alles geschafft worden sei.
Ungläubig und geschockt reagieren seine Wegbegleiter auf den unerwarteten Tod des Freundes und Kollegen. Ebenso sieht es in Adendorf aus. Maacks Vertreter im Rathaus, Matthias Gierke, hatte am Wochenende Mitarbeiter und Rat informiert. Die Menschen hätten fassungslos reagiert, man habe das Rathaus daher am Montag geschlossen gehalten. Inzwischen findet sich eine Mitteilung auf der Internetseite der Gemeinde: "Die Nachricht von seinem Tod hat viele Menschen tief betroffen gemacht. Wir bitten die Privatsphäre seiner Familie und seines persönlichen Umfelds zu respektieren und von Mutmaßungen und Spekulationen abzusehen."
Thomas, ich werde Dich vermissen. Den Schnack bei der Eröffnung beim Frühjahrs- und Herbstmarkt auf den Süzwiesen. Das Gespräch bei irgendeiner offiziellen Runde oder ab und an bei einem Quadrat-Abend. Im Wortsinne: Für mich ist ein Licht erloschen, dass freundlich und zuversichtlich leuchtete. Deiner Familie, Deinen Freunden und allen Deinen Wegbegleiter viel Kraft und Trost. Carlo Eggeling
Vor dem Rathaus hängt die Fahne auf halbmast.
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