Lüneburg, am Dienstag den 16.06.2026

Radfahren im 17. Bundesland

von Carlo Eggeling am 03.06.2026


Aufgespießt
In der Spur bleiben

Der Radfahrer als solcher hat in der Regel immer Recht. Recht groß geschrieben, weil sich der Oberstudienrat wie die Seniorin, der Werktätige und die Studentin stets auf der richtigen Seite wähnen, auch wenn sie auf der falschen unterwegs sind. Gewisse Toleranzen gehören dazu, so ist das Leben. Selbstverständlich, aber in Grenzen. Gemeinhin zählt das Rad wie auch Bus, Bahn und Auto als Vorbewegungsmittel. Nicht für jeden: Überwiegt die Gesinnung, mutiert jeder gestrichene Parkplatz zum Untergang des freien Handels; beim Überzeugungs-Veloisten besteht die Welt nur noch aus Radwegen. Lieferdienste wie Amazon satteln im Wortsinne um -- komplett aufs Lastenrad.

Der Radentscheid, der mit Lüneburg so viel zu tun hat wie mit jeder anderen Stadt, bräuchte dringend eine Außenstelle auf Mallorca. Ich habe nämlich Ungeheuerliches gesehen: Radwege mit Ampeln und Begegnungsverkehr. 2,50 Meter breit insgesamt, zwischen Flensburg und Fürstenfeldbruck soll's pro Spur sein. Für Schwerlast-Radtransporte alemanischer Art sicher eine unzumutbare Gegebenheit. Wo bleiben deutsche Demonstranten, die für mehr Platz einen Radentscheid für Palma anzetteln? Schließlich ist Malle doch unser 17. Bundesland.
Es ist kaum zu fassen, wie in einer Art Völkerbund leben unter Mittelmeersonne alle damit und kommen augenscheinlich gut klar. Selbst germanisch stämmige Strampler. Das Leben kann so entspannt sein, wenn man mal die Kolonialzeit und deren Motto vergisst An deutschem Wesen soll die Welt genesen. carlo

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare

Kommentar von Erwin Habisch
am 05.06.2026 um 09:07:23 Uhr
Das Bild zeigt Radverkehrswege, wie sie der Radentscheid gefordert hat: Ausreichend breit, sicher, abgesetzt vom Kfz-Verkehr, querender Verkehr wird durch eine Aufpflasterung gebremst. Die Querung ist ohne irgendwelche abenteuerlichen Verschwenkungen, so dass sich alle Verkehrsteilnehmer gut sehen können.
Wenn wir das in der Willy-Brandt-Straße so vorfinden würden, wären wahrscheinlich alle Radfahrer glücklicher, als mit dem derzeitigen Zustand.
Von Mallorca lernen heisst Radwege bauen lernen...
Antwort von Lüneburg Aktuell
am 05.06.2026 um 08:24:20 Uhr
Der Spanier als solcher ist sicher schmaler als der Deutsche. Touristen passen sich körperlich an, schon am Flughafen. Sofort wird alles schmaler. Von Malle lernen, heißt Siegen lernen. Wahrscheinlich wurde der Radentscheid hier erfunden. Grüße für ein entspanntes Wochenende 😉. LA


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