Radfahren im 17. Bundesland
von Carlo Eggeling am 03.06.2026Aufgespießt
In der Spur bleiben
Der Radfahrer als solcher hat in der Regel immer Recht. Recht groß geschrieben, weil sich der Oberstudienrat wie die Seniorin, der Werktätige und die Studentin stets auf der richtigen Seite wähnen, auch wenn sie auf der falschen unterwegs sind. Gewisse Toleranzen gehören dazu, so ist das Leben. Selbstverständlich, aber in Grenzen. Gemeinhin zählt das Rad wie auch Bus, Bahn und Auto als Vorbewegungsmittel. Nicht für jeden: Überwiegt die Gesinnung, mutiert jeder gestrichene Parkplatz zum Untergang des freien Handels; beim Überzeugungs-Veloisten besteht die Welt nur noch aus Radwegen. Lieferdienste wie Amazon satteln im Wortsinne um -- komplett aufs Lastenrad.
Der Radentscheid, der mit Lüneburg so viel zu tun hat wie mit jeder anderen Stadt, bräuchte dringend eine Außenstelle auf Mallorca. Ich habe nämlich Ungeheuerliches gesehen: Radwege mit Ampeln und Begegnungsverkehr. 2,50 Meter breit insgesamt, zwischen Flensburg und Fürstenfeldbruck soll's pro Spur sein. Für Schwerlast-Radtransporte alemanischer Art sicher eine unzumutbare Gegebenheit. Wo bleiben deutsche Demonstranten, die für mehr Platz einen Radentscheid für Palma anzetteln? Schließlich ist Malle doch unser 17. Bundesland.
Es ist kaum zu fassen, wie in einer Art Völkerbund leben unter Mittelmeersonne alle damit und kommen augenscheinlich gut klar. Selbst germanisch stämmige Strampler. Das Leben kann so entspannt sein, wenn man mal die Kolonialzeit und deren Motto vergisst An deutschem Wesen soll die Welt genesen. carlo
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